Full text: Volume (Jg. 11 (1845))

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nur zu wissen, daß das Landrecht — wie aus den
§§. 858 und 2172. Thl. II. Tit. 8 hervorgeht, —
das Jahr immer nach dem Kalender berechnet, um mit
Hülfe der gewöhnlichen Regeln der Zeitrechnung zu fin,
den, daß die fragliche Vcrjährungsperiode stets mit
dem letzten Momente dcS 30 Dezembers aufhören
müsse, und daß danach eine erst am folgenden 31«
Dezember — als nach Vollendung der Verjährung —
angemeldete Klage verspätet sei.
2.
Nach dieser Prämisse könnte es auffallend erschei-
nen, daß wir noch die Beleuchtung einer Frage versu-
chen wollen, die schon der Wortsiun des Gesetzes deut-
lich beantwortet.
Es handelt sich aber darum, einer irregeleiteten
Meinung der Praris entgegen zu treten, und darum
möge man es uns zu Gute halten, daß wir dasjenige,
was sich schon aus dem Wortlaute des Gesetzes ergibt,
auch noch von dem Standpunkte der Rechts,Logik aus
zu besprechen, und als eine Wahrheit nachzuweisen, den
Versuch machen wollen.
Wir haben nämlich die Erfahrung gemacht, daß die
Praris bei diesem Gegenstände auf einem Irrwege wan-
delt. der um so gefährlicher ist, je tiefer das fragliche
Verjährungsgesetz in den gewerblichen und Handels-
Verkehr bekanntlich eingreift. Denn nicht nur bei Laien,
sondern selbst bei mehrern ihrer Rechtsvertreter, und so-
gar bei manchem Gerichtshöfe*) haben wir die Meinung

*) Wir möchten sagen, überall

S e m m < r.

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