Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 11 (1845))

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Gütergemeinschaft eingeht. Heirathet sie denjenigen, der
die Kinder als die seinkgen anerkannt hat, oder durch
Urtheik und Recht für deren Daker erklärt worden ist,
so macht das Verhältniß keine Schwierigkeit; die Kinder
werden vermöge der legitimatio per subsequens
matrimonium so behandelt, als wären sie in dieser
Ehe geboren; sie haben mithin, so lange beide Elrern
leben, noch gar keine Rechte an deren Vermögen; für
die Schichtung und Beerbung gelten die vorhin aufge
stellten Regeln. Ist aber der Ehemann nicht als Vater
zu betrachten, so kommen die Kinder nicht in die ehe-
liche Genossenschaft, in welche die Mutter ihr ganzes
Vermögen bringt, und müssen daher durch besondere
Regeln für ihr Notherbrrcht sicher gestellt werden. Bis-
her sind verhältnißmäßig nur wenige Fälle dieser Art
zur richterlichen Entscheidung gekommen; die bekannt
gewordenen Urtheile widersprechen einander in wesent-
lichen Punkten, so daß eine feststehende gerichtliche Praxis
nicht vorhanden ist. Meistens ist dem Rechtsstreite da-
durch vorgebcugt worden, daß die Mutter gleich bei
Eingehung der Ehe ihre unehelichen Kinder abgefunden
hat und zwar durch eine förmliche Schichtung. Nie-
mand zweifelt, daß sie dazu berechtigt sei, und daß die
Kinder durch Annahme der Schichttheile auf jeden fer-
nem Anspruch verzichten; dagegen ist man nicht einig
darüber, ob die Schichtung erzwungen werden könne,
und waS Rechtens sei, wenn sie unterbleibe. Wigand
stellt in seinem Entwürfe der Minden - Ravensbergischen
Provinzialrcchte j§. 65 die Regel auf, ein nneheliches
Kind könne bei der Verheirathung seiner Mutter die

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