Full text: Volume (Jg. 11 (1845))

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nen haften sie ohne das beneficium inventarii un-
bedingt. Die gesetzlichen Fristen für die Antretung und
Inventur der Erbschaft beginnen, sobald sie vom Tode
des Erblassers Kunde erhalten, ein Hinausschirben bis
zur Schichtung laßt sich nach dem Landrechte nicht recht-
fertigen; der oben dafür angeführte Grund fällt weg,
weil das Landrecht eine wider den Willen der Kinder
fortbesteheiide communio bonorum prorogata nicht
kennt, sondern die Rechtsgemeinschaft als ein stillschwei-
gend gewillkürtes Verhältniß betrachtet, welches nach dem
freien Belieben jedes Interessenten kündbar ist.
Es leuchtet ein, daß diese landrechrliche Entschei-
düng für unser Partikularrecht nicht passen würde, wenn
auch das vom Geheimen Obertribunale angenommene
Prinzip richtig wäre. Es würden dann vielmehr, wie
vorhin näher gezeigt worden ist, die Kinder überall nur
mit ihren Schichttheilen zu haften haben und zwar:
1. für die vom Ueberlebendrn nach Auflösung der Ehe
gemachten Schulden; 2. für die Schulden des über-
lebenden Vaters aus der Zeit der Ehe; 3. für die per-
sönlichen Schulden des Verstorbenen.
Außer der bisher erörterten Controverse gedenkt der
vorliegende Bericht noch zweier andern Rechtsfragen,
deren Lösung eine vorgängige Einigung über das strei-
tige Prinzip erheischt. Die erste betrisst die Vermögms-
rechte unehelicher Kinder,, deren Mutter eine Ehe mit

Mann dieselben aus einem besonder» Rechtsgrunde;
versio in rem, Vertretung. Auftrag u. s. w. anerkennen
muß. 91. L. R. TH1 II. ?it. 1. §. Z89.

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