Full text: Volume (Jg. 11 (1845))

Während der Ehe disponirt, wie nach unser« Partiku-
larrecht, der Mann über das gemeinschaftliche Ver-
mögen und kann dasselbe auch mit Schulden beschweren,
für welche die Frau persönlich nicht haftet. Ausnahmen
von diesem einseitigen Verfügungsrechte sind jedoch, daß
die Grundstücke und Grundgerechtigkekten ohne Einwilli-
gung der Frau nicht veräußert, und Kapitalien, welche
auf'den Namen der Frau, ihres Erblassers oder Ge-
schenkgebers, oder auf den Namen beider Ehegatten sie,
hen, ohne Einwilligung der Frau nicht gekündigt und
eingezogen werden dürfen. Bei Auflösung der Ehe durch
den Tod wird die eine Hälfte des gemeinen Gutes als
Nachlaß des Verstorbenen betrachtet und nach folgenden
Grundsätzen vererbt: 1) Descendenten, welche bei Leb-
zeiten des Erblassers nicht abgefunden worden sind, schlie-
ßen den überlebenden Gatten ganz aus, so daß er sich
mit der andern sein eigenes Vermögen vorstellendcn
Hälfte begnügen muß; 2) Ascendenten und Kollateralcn
der sechs nächsten Grade theilcn den Nachlaß mit ihm
und müssen ihm außerdem den lebenslänglichen Nieß-
brauch ihrer nach der Vcrwandschaftsnähe verschieden
bestimmten Antheile lassen; 3) in Ermangelung solcher
Verwandte» erbt der Ueberlebende allein- In den bei-
den ersten Fällen entsteht zwischen ihm und den Erben
resp. seinen Miterben zunächst eine Rechtsgemeinschaft,
welche sich aber wesentlich von der in unserm Patikular-
rechte unterstellten communio bonorum prorogata
unterscheidet. Zwar behält der Ueberlebende bis zur
reellen Theilung den Besitz und die Verwaltung des
gemeinschaftlichen Vermögens, allein er muß darüber, so
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