Volltext: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 11 (1845))

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eben darum feine Ueberlieferung zu Theil werden konnte,
daS Eigenthum darum zuschreiben, weil er von einem
eingetragenen Besitzer gekauft und selbst eingetragen wor,
den. Diese Juristen lesen die §§. 7. 8, ober nicht
den §c 4. des Tit. 10- A. L. R. Thl. 1. Die fol-
genden Entscheidungen haben daS Irrige einer solchen
Ansicht bündig ausgeführt, und sind daher gewiß man-
chem Praktiker, der auf ähnliche Jrrthümer selbst von
Gerichten stößt, erwünscht. Daß die Entscheidungen un-
bedingt gerecht sind, kann nicht zweifelhaft sein. Wie
kann der, welchem der eingetragene Besitzer, mit dem
er sich einläßt, keinen Besitz verschaffen kann, noch glau-
ben, daß er Eigenthum von ihm erlange? Wie kan»
er also durch das Hypotbckcnbuch verleitet sein? —
Anders ist es aber freilich bei Hypotheken, wo der
Gläubiger keinen Besitz zur Erlangung der Hypothek
bedarf, also auch nicht zu zweifeln hat, daß der ein-
getragene Besitzer ein solcher auch sei. Der §. 410
A. 8. R. Thl. l. Tit- 20 dürfte hier wohl so auszu-
legen sein, daß unter dem „Besitzer" hier schon der
in'S Hypothekenbuch Eingetragene zu verstehen sei, da
sonst alle Credit - Berhültnisse zerstört würden, denn wer,
der auf einen Hypothekcnschein Geld ansleiht, wird sich
erst erkundigen zu müssen glauben, ob der eingetragene
Besitzer auch wirklich besitze? Der wahre Eigentbümer
hat sich hier selbst zuzuschrciben, daß er seine Desitztitel-
berichtigung nicht befördert hat. Dagegen kann er aber
ganz ruhig glauben, daß Niemand auf sein Grundstück
Eigenthum zu erwerben hoffen werde, dem es wegen
mangelnder pk,55«»ssiri vacua nicht tradirt werden
xi. Iahe,. J» ««ft. 29

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