Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 11 (1845))

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Las Gesetz bestimmt wirklich etwas Abweichendes,
wenn es verordnet:
Das Eigenthum der in einem Testament Jeman-
den zum Legat ausgesetztcn Sachen und Rechte geht
in der Regel mit dem Tode des Erblassers auf den
Legatar über.
A R. Tbl. I. Tit. 12. §. 288.
Dagegen heißt es auch wieder:
Bei Ermangelung näherer, von dem Erblasser fest-
gesetzter Bestimmungen kann der Legatar die Ueber-
gab e des Vermächtnisses gleich nach Ablauf der ge-
setzlichen Deliberationsfrist fordern.
A. L. R. Thl. 1. Tit. 12. § 295.
Ferner:
Ist Jemanden der Gebrauch oder Genuß eines Grund-
stückes, Gebäudes oder einer andern bestimmten Sache
vermacht, so kann er denselben nur von Ablauf der
gesetzlichen Deliberationsfrist fordern.
A. L. R. Thl. 1. Tit. 12. §. *03.
Und:
Eigenmächtiger Weise darf kein Legatar des Be-
sitzes der vermachten Sache sich anmaaßk»
Diese drei letzten Stellen stehen aber mit der ersten
keineswegs in Widerspruch. Sie lassen vielmehr den
Satz stehen, daß in der Regel dem Legatar sofort mit
dem Tode des Testators das Eigentbum einer Sache
oder eines Rechtes erworben sei, daß das Recht also
auch ohne Tradition oder Quasi-Tradition sofort ding-
liche Natur anuehme, und sie beziehen sich bloß auf das
Rechtsverhältniß, welches zwischen dem Erben und Le-

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