Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 11 (1845))

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zu 4 einwenden: es sei zwar richtig, daß der §.15
nach seiner jetzigen Stellung der Materie über den
Verjährungsbesttz angehöre, allein von ei»em Surrogat
des Titels enthalte er Nichts, er hebe vielmehr als
Ergänzung des §. 1-4 nur einen einzelnen Fall als
Beispiel heraus, in welchem der animus possidendi
bei den vorgckommenen Brsitzhandlungeu für erwiesen,
der Besitz des Rechtes für ergriffen gelten solle. —
Endlich die Ansicht
zu 5 kann sich darauf stützen, daß der §. 15 sich jetzt
auf Beides, auf Willenserklärungen und Besitz, beziehe
und für beide Erwerbarten ein Moment bestimme, wel-
ches ihnen juristischen Werth beilege, dort die Vermu-
thung für eine wirkliche Verpflichtung und hier für eine
wirkliche opinio Juris ein treten lasse.
Diese letzte Ansicht muß man für die richtige hak,
ten. Schon die jetzige Stellung des §.15 spricht für
sie Nachdem im §. 13 beide Erwerbungsgründe auf-
gezählt sind, Willenserklärung und Verjährung, folgt im
§. 14 «in auf letztere allein bezüglicher Satz. Sodann
reiht sich der §.15 an, und hinterher folgen in §. 16 ff.
Bestimmungen über die Eintragung der Grundgerechtig-
keiten So wie diese letztgedachten Bestimmungen eben
so wobl die durch Willenserklärungen als die durch Ver-
jährung begründeten oder zu begründenden Servituten
berühren, ebenso, kann man schließen, ist dies mit dem
§. 15 der Fall. Es ist nicht ausgedrückt, daß er sich
auf Willenserklärungen beschränken sollte, nicht einmal
dadurch kenntlich gemacht, daß er gleich dem 8- 13
nachgcsrtzt und mit ihm in engere Verbindung gebracht

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