Full text: Volume (Jg. 11 (1845))

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ist aufgeklärt genug, um cm gemeinschaftliches $U&t ja
wünsche»'. Es fällt den Bewohnern des früher abtei-
lichen BodenS von Herford z. B. nicht ein, sich fort-
während im ehelichen Güter rechte -'»egen die übrigen
Bürger von Herford ifoliren zu wellen Und eben so
wenig werden die Padcrborner sich unglücklich fühlen,
wenn ihre Kinder erster Ehe an den Vcrmügensresultaten
der zweiten Ehe, für welche sie Mitarbeiten müssen, in
welche wenigstens häufig die Früchte ihrer abgeschichtc-
ten mütterlichen Hälfte fallen, einigen billigen Antheil,
somit auch Interesse daran haben
Die Verewigung von einzelnen Difformitaren, welche
durch Mißverstand der Juristen, verkehrte Prariü in's
Gütergemeinschaftsrecht gekommen, welche im Volke nicht
eigentlich leben, sondern erst im betreffenden Falle zu
Tage kommen, wünscht die Provinz nicht. Sie fürch-
tet die Vollendung der begonnenen Kodifikation der vie-
len Kütergemeinschaftsrechte. Sie dankt der Regierung
für die Absicht, fie von diesem Nebel zu erlösen, von
Rechtssystemcn, die wegen ihrer Begrenztheit auf zum
Theil kleine Raume einer achten wissenschaftlichen Kul-
tur nicht entgegen gehen können Sehr wabr bemerkte
ein Mitglied der Versammlung, „daß von Berdebaltung
desjcmgen, was ein jeder Landestheil besitze, keine Rede
sein könne; denn cs bestanden gegenwärtig in einem und
demselben Kreise, ja selbst in den nächsten Nachbarorten,
verschiedene Grundsätze. Auch handele es sich hier nickt
um die Verletzung eines woblbergebrackten, angestamm-
ten Rechts, da cs nicht auf ein Privat-, sondern aus
öffentliches Reckt ankomme, auf dessen Fortbestehen Nie-
mand einen Anspruch habe. Wenn bei dieser Gelegen-
heit jeder Landesrh.eil an seinem Gewohnheitsrecht kleben
wolle, so werde weder in diesem, noch in sonst einem
Falle ein einiges, allgemeines Gesetz ciurrcten können."
Ein anderes Mitglied schloß sich dem mit dem Bemer-
ken an, „daß es als ein Unglück betrachtet worden, als
das frühere Provinzialrecht wieder eingcfübrt worden;
auch bei fcrr Kodifickrung der vorhandenen Systeme

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