Full text: Volume (Jg. 11 (1845))

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mentlichem Bezug auf Wurzclfrüchte, weil tiefe zu un-
gleich auf den Aeckern wüchsen. Die ganze Teposition
beschränkt er zunächst auf die Gegend von Affinghau-
sen; welchen Sinn das Sprüchwort in Bruchhausen oder
Affinghausen habe, weiß er nicht.
Vergleicht man diese Depositionen mit einander, so
ist zuvörderst klar, daß der Verklagte einen eigentlichen
direkten Gegenbeweis nicht geführt hat und wenn
auch das Gleiche von den vier letzten Zeugen des Klägers
dahin behauptet werden muß, daß ihre Aussagen nicht
direkt von der streitigen Assinghauser und Bruchhauser
Flur sprechen, also nur adminikulirend zu Gunsten des
Klägers wirken, so ist doch durch die Aussagen der
übrigen klägcrischcn Zeugen das tberna probandum,
nämlich der entscheidende Sinn der durch den fraglichen
Spruch ausgedrücktcn Gewohnheit, auf's Vollständigste
erschöpft.
Was nun noch die Unvernünftigkeit der Gewohnhei
an sich betrifft, welche der Verklagte in der Deduktion
darzuthun gesucht hat, so läßt sich zwar nicht verken-
nen, daß sie gegen die dingliche Natur des Zchntrechts
anstößt, indem sie dasselbe von dem Wohnorte des Be-
sitzers des zehntpflichtigen Ackers abhängig macht; indeß
entscheidet bei der Lage der Sache dieser Umstand gegen
die erwiesene Bedeutung des Spruches nicht. Auch ist
nicht zu verkennen, daß leicht Irrungen und Streitig-
keiten bei Aufrechthaltung der fragl. Gewohnheit ent-
stehen ; allein alles dieses reicht nicht hin, eine Gewohn-
heit als unvernünftig zu charakterisiren, weil sich durch
zweckmäßige Mittel jene Schwierigkeiten sämmtlich besri-
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