Full text: Volume (Jg. 11 (1845))

239

Schlüffe erst eine besondere Konzession in den schon vor«
handencn Pandekten zu erfordern. Ta es der Richter
aus den Handlungen beurtheilen will, ob der Einzelne
als Mitglied der Gemeinde den Besitz ergriffen
habe (S. 7), so muß er in gleicher Weise auch die
Ucberzcugung erlangen können, aus wie vielen Mitglic-
derhandlungen der Besitzcrwerb der Gemeinde folge. Sehr
mit Recht bemerkt daher unser seliger Piners, dessen
Scharfsinn neue Pandekten machen konnte, im Jahrg.
VIII. Heft 1. S. 457 unsers Archivs, daß es ganz
gleichgültig, ob eine Masorität von Gemeindeglie-
dern das Recht ausgeübt habe oder nicht, was in den
meisten Fallen der Natur der Sache nach nicht einmal
möglich sei, z. B. bei Jagdrcchtcn, die bekanntlich mir
wenige Bürger auszuüben pflegen. Hier können schon
wenige Einzelne als Repräsentanten der Gemeinde dem
die Sache nach ihrem Zusammenhänge beurtheilcnden
Richter erscheinen. Ucbcrhanpt aber werden die bei
reim« universitatis in specie Besitz übenden Bür-
ger eben nur als Repräsentanten der Gemeinde, welche
ja die Substanz des Rechtes erwerben soll, erscheinen,
und es gehört nur eben wieder zur richterlichen Beur-
theilnng der Thatsache, ob sie im vorliegenden Falle
solches gewesen, wofür es, wenigstens gemeinrechtlich,
keiner besondcrn Bcstcllungsform bedarf. — Aus der
L. 100 ff. de reg. jur. kann die Nothwendigkcit des
Handelns der Mehrheit nicht unbedingt folgen, der §. 1
— in der Mitte stehend zwischen Bestimmungen über
Kauf und Legat — ist viel zu allgemein und vieldeutig,
um eine solche wichtige Entscheidung aus ihm abzulei-
18*

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer