Full text: Volume (Jg. 11 (1845))

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einer guten Rechtspflege erkannt. Darin wird dem Ver-
fasser Jeder beipflichten, der auch nur oberflächlich die
Sache kennt, vollends der durch Erfahrung erkannt hat,
welchen merklichen Unterschied es im Resultate der Ur,
theilsfällung oft hervorbringt, je nachdem die Delibera-
tion punktweise unter Zergliederung aller von den Re-
ferenten vorgetragenen Umstände des Falles, oder ohne
eine solche Zergliederung lediglich in der allgemeinen Ab-
sicht geleitet worden ist, Gewißheit zu erhalten, daß
jeder Dotant vor seinem endlichen Doto in der Sache
feste und klare Rechenschaft sich gegeben habe. Der
Verfasser will aber, daß nicht blos jeder einzelne That-
umstand, z. B. jedes Jndieium besonders zur Deli-
beration gezogen, und jeder Votant veranlaßt werde,
sich darüber auszuspreche», sondern auch Abstimmung
t»eS Kollegs über jeden Umstand, dergestalt, daß die
Majorität über die einzelnen Gründe, die jeder. Dotant
seinem Endvoto unterlegt, entscheiden mid durch diese
Spezialemscheidungen über die Gründe die endliche Ent-
scheidung des Kollegs in der Sache vorbereitet und ge-
bildet werden soll; also wenn die Majorität die Ent-
scheidungsgründe jedes einzelnen Dotanten verwirft, so
soll daS Urtheil auf Freisprechung lauten, wenn gleich
jeder Dotant am Schlüsse der Diskussion für Berurthei-
lung gestimmt hat. Natürlich müßte im umgekehrten
Falle eben so verfahren werden. Z. B. alle Richter
wollen den Angeschuldigten freisprechen, sie find aber in
den Gründen verschiedener Meinung; einige nehmen die
Verhandlungen vorab als ustgültig an; andere nehmen
den Bewess als nicht genügend geführt an aus dieser

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