Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 11 (1845))

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demgemäß die letzteren, wenn sie der Richter übergan-
gen bat, nicht für aberkannt erachtet.
Von' dieser Voraussetzung geht auch der §. 845
aus, wornach alle übergangene Verzugszinsen erst dann,
wenn ebne Vorbehalt über das Kapital quittirt ist, ver-
loren gehen, für erlassen zn achten sind.
Man muß also annchmen, daß ohne solche Quit-
tung die Nachforderung übergangener Verzugszinsen nicht
durchaus unstatthaft ist, nämlich dann nicht, wenn sie
nickt gefordert sind. Unseren Gegnern macht dieser Pa-
ragraph viel zu schaffen:
Sic erklären denselben für mangelhaft gefaßt, mei-
nen, derselbe gehe vou der stillschweigenden Voraus-
setzung aus, daß die Quittung über das Kapital die
Nachforderung der Verzugszinsen aufhcbc, und löse sich
hiernach in folgende Sätze auf:
1. Verzugszinsen, auf welche der Richter nicht er-
kannt hat, könnm nicht nachgcfordcrt werden,
2. sic können selbst vom Tage des ergangenen Ur-
thcils nicht nachgefordcrt werden, sobald über das
Kapital ohne Vorbehalt quittirt worden.
Diese Annahme ist offenbar willkührlkch, widerspricht
den einfachsten Regeln der Auslcgekunst und namentlich
der nicht in der vorausgesetzten unlogischen Kürze sich
bewegenden Methode unfcrs Allg. Landrechts.
Hätten die Redaktoren dnrcb die §§. 846 — 847,
welche erst später in dem umgcarbeiteten Entwürfe bin-
zugrsctzt sind, zu dem alten Grundsätze der Unselbststän-
digkeit aller Verzugszinsen zurückscbreiten wollen, so wür-

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