Full text: Volume (Jg. 11 (1845))

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beschränkt, durch das Allg. Landr. aber ganz beseitigt
worden.
Don vornherein liegt deshalb in der Natur der
Sache kein Grund, die Verzugszinsen enger als die vor,
bedungenen Zinsen und die übrigen Ncbrnthcilc mit der
Hauptsache zu verbinden und eine selbstständige Einkla-
gung derselben zu versagen. — Einen größern Nutzen
aber, als solche allgemeine Betrachtung, wird ein ge,
schichtlicher Rückblick gewähren, zumal auf die Fassung
der vorliegenden Gesctzstellcn die Erinnerung an daö
Römische Recht von Einfluß gewesen zu sein scheint.
Rach Römischem Recht haben wir auch in Betreff
der Zinsen dic judicia bonae fidei und die stricti
juris negotia zu unterscheiden.
Aus letzterer Art von Geschäften war nur die alte
strenge Klage, condictio, zulässig, welche auf die be-
stimmte Sache (condictio certi) oder auf die bestimmte
Leistung (condictio incerti) gerichtet war. Dabei
konnten Nebentheile, Zinsen, Früchte re. nicht verlangt
werden. Sollten z B. bei dem Darlehn Zinsen bedun-
gen werden, so mußte eine besondere Zinsodligation ein-
gegangen und in Form der alten Stipulatio ausge-
drückt werden, wonächst dann durch eine besondere, von
der Haupkforderung getrennte Klage der Zinsanspruch
geltend zu machen war.
L. 13. §. 2. D. de usiuis.
L. 34. eod.
L. 23. de except. rei judicatae.
Für die bonae fidei negotia dagegen gelten
mildere Grundsätze.

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