Full text: Volume (Jg. 11 (1845))

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wann brr Vertrag abgeschlossen, „auch alsdann, wenn
die Nachricht erst nach Ablauf jener Frist eingegangen
wäre, der Antragende aber seinen Willen nicht geändert
l'ättc, weil alsdann die Willknsnbcrcinstimmung frei»
willig fortgcdauert bat, wie sic bis zum Ablauf
der Frist gezwungen fortdancrn muß." Allein wenn
man dies annebmen wollte, so müßte man auch anneb-
men, daß der Antragende bis zur Zurücknahme an sei-
nen inzwiichcn nach Ablauf der Annahmefrist angenom-
menen Antrag gcbnnden bleibe, was doch Koch S. 72
Note 10 für Absurdität erklärt. — Immerhin ergibt
sich übrigens aus dem Ganzen, daß man sich bisher
mehr nur mit den Pflichten des Antragenden, nicht aber
damit, wie er sich bei verspätet ankommenden Acccpta-
tioncn Rechte daraus sichere, befaßt bat, obgleich beide
Fragen gleich wichtig sind. — Tie dem Geiste der
Landrcchtsbestimmungen am meisten entsprechende Ansicht
cle lege ferenda dürfte wobl folgende sein:
1. Kommt die Annahme zu spät, der Antragende wi-
derruft aber darauf mit der ersten Post oder rück-
kehrendcn Boten nicht seinen Antrag, so ist der
Vertrag in allen keine besondere Form erfordern-
den Fällen als stillschweigend geschloffen anzusehen,
wogegen
2. bei, schriftliche Verträge erfordernden, Objekten der
Antragende auf die als Antrag zu betrachtende
Annahme mit erster Post oder rückkehrenden Boren
annebmend schriftlich antworten muß, wenn ein
Vertragsverhältniß entstehen soll.
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