Full text: Volume (Jg. 11 (1845))

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Vorschein käme, damit, wenn (oder auch weil) er dann
das Geld schon venhan haben würde, der Kaiser sein
Recht verloren hätte. Denn da er, wenn auch vor
«icht sehr langer Zeit, das Geld aus dem Mantelsäckchcn
herausgenommen und in seinen Qucersack gesteckt hatte,
so hatte er, als ihm jene Zweifel ankamen, den Be-
sitz schon erworben (§§. 51 u. 109) und es konnte
deshalb, mochte jetzt erst Sancho schon wirkliche Zwei-
fel (§. 16) oder Grund zur Ursache eines Zweifels
<§. 15) haben, die nähere Untersuchung des Grundes
oder Ungrundes 3) des Zweifels ohne Nachthcil unterblei-
ben (§§. 15 u. 16), wogegen eine solche Untersuchung
den Verlust nicht nur des guten Glaubens, sondern auch
des Besitzes selbst zur Folge haben konnte.
Zwar verlor der rechtliche Sancho bald nachher
Beides, den guten Glauben durch den Zufall, der zur
Gewißheit über die Person und den Aufenthalt dcS Ei-
genthümcrs fübrte; den Besitz, im rechtlichen Sinne,
durch eigne Schuld, da er den Fund verheimlichte und
verleugnrte (§§. 98 u. 101. ck. jedoch §§. 71 u. 72
Tkt. 9); allein Eins wie das Andere durfte ihn nicht
betrüben, da es ihn nicht hinderte, daö Geld zu be-
halten und zu verthun, auch nachdem der rechte Eigen-
thümcr zum Vorschein gekommen war.
*>) cf. fr. 6. §. 1. D. pro empt. 41. a. Si ex decem
servis, quos emerim, aliquos putem alienos,
et qui sint, sciam: rc'iquos usucapiam, quod
si ignorem, qui sint alieni; neminem usucapere
possum, f. auch Wciske Rechts-Lerikon I. S. 26fi.
Rete r>3.

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