Full text: Volume (Bd. 55 = 2.F. 19 (1909))

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PaulKrückmaun,

nahe um Entschuldigung bitten, wenn man dies Thema an-
rührt i).
Ich laufe ja nun freilich Gefahr, mir den von Rümelin.
ArchCivPrax, 90, 172 ausgesprochenen Tadel zuzuziehen, „nicht
viele Zeit mit dem Sammeln und Sichten zu verlieren, son-
dern selbst wieder ab ovo anzufangen und unter Seitenhieben
nach rechts und links, wie es gerade paßt, die eigene Ansicht
zu verfolgen". Aber heute ist der Zustand der Literatur nicht
mehr wie früher, und es ist gerade in den letzten Jahren
wiederholt eine Zusammenstellung der verschiedenen Theorien und
eine kritische Ueberschau über sie gegeben worden. Vergl. T r a e g e r.
Kausalbegriff S. 38ff.; Litten, Ersatzpflicht des Tierhalters
S. 24—71 ;Enneceerus, Lehrbuch § 235 Anm. 12; R u m p f
in IheringsI. 49, 333 ff, insbesondere 337 ff., dazu Litten,
KrBISchr. 1905 S. Iff.; Köhler, GoltdArch. 51, 327ff.;
Liepmann ebenda 52. 326ff.; ferner v. Liszt, Lehrbuch
(16. u. 17. Aufl.) § 29 VI. Außerdem ist eine sachliche
Beschränkung dadurch gegeben, daß diese Untersuchungen wesent-
lich dem Zivilrecht gelten, das Strafrecht nur als Parallel-
erscheinung hier und da zum Vergleiche heranzuziehen ist. Im
Zivilrecht interessieren uns an sich auch nur die deliktsrecht-
lichen Tatbestände, das rein Rechtsgeschäftliche bleibt infolge-
dessen ebenfalls außer Betracht. Es ist aber auch nicht sonder-
lich viel darüber zu sagen, und es wird hoffentlich jeder Leser
i) Noch nach zwei anderen Richtungen hin muß ich mich beschränken.
Einmal müssen alle Haftungsfragen ausscheiden, also die Frage: Wie weit
ist die Haftung für den verursachten Erfolg auszudehnen? (Im Gegensatz
zu der hier zu behandelnden Frage: Wann ist der Erfolg verursacht?)
Ferner scheidet auch das RR. aus. Nicht als ob seine Fragen schon gelöst
wären, im Gegenteil wird in daS RR. nur zu häufig die Verwechselung von
Verursachungs- und Haftungsfragen hineingelegt, sondern weil hier von
Grund ans neu gebaut werden muß und dazu hier denn doch nicht der
Ort ist. Ich hoffe, wenn ich nicht selber diese Fragen behandeln kann, doch
einige jüngere Juristen für sie interessieren zu können.

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