Full text: Volume (Bd. 55 = 2.F. 19 (1909))

Bedeutung der Satzungen für den nichtrechtsfähigen Verein. 259
ist weder durch Satzung, noch durch stillschweigende Willens-
einigung der Mitglieder zu beeinflussen. Nach diesen leitenden
Gesichtspunkten dürften sich alle in Betracht kommenden Fragen
richtig beurteilen lassen.
Anhangsweise sei hier aus eine Irrlehre aufmerksam ge-
macht, die sich durch die gesamte Literatur zieht. Die Vor-
standsmitglieder haften dem Verein nicht für culpa in con-
creto *), sondern für omnis culpa. Denn da es sich hier
um das Innenverhältnis handelt, und darum nicht Gesell-
schaftsrecht, sondern Vereinsrecht gilt, so kommt § 27 zur An-
wendung. Danach haftet aber der Vorstand, wenngleich es
im Gesetz nicht klar zum Ausdruck gekommen ist, für Vorsatz
und Fahrlässigkeit schlechthin1 2). Dies muß also auch für die
nichtrechtsfähigen Vereine gelten.
1) Z. B. Goldmann § 22, 4 d; Gierte S. 23; Planck
tz 74, 3 d.
2) Vergl. Planck § 27, 5 a, und Rehbein S. 47.

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