Full text: Volume (Bd. 52 = 2.F. 16 (1907))

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W. Schall,

b) eine Vereinigung der Arbeiter zum Zweck des Tarif-
vertragsschlusses abschließt; entsprechend I, 2, a, bb;
c) Arbeiterberufsvereine abschließen; entsprechend I, 2, b;
d) Gesellenausschüsse (GO. § 95) — mit den Innungen —
abschließen.
III. Tarifverträge größerer Bezirke (besonders National-
tarife).
Die Parteien sind dabei bisher nur in zwei Formen beim
Vertragsabschluß aufgetreten:
1) dauernde Vereinigungen, Berufsvereine der Arbeitgeber
und Arbeiter schließen miteinander ab;
2) Arbeitgeber und Arbeiter gründen eine besondere ge-
meinsame Organisation zu Festsetzung der Arbeitsbedingungen
und deren allgemeiner Durchführung. Beispiel: Buchdrucker-
tarisgemeinschaft.
Damit ist die Uebersicht, in welcher Verfassung Arbeitgeber
und Arbeiter beim Tarifvertragsabschluß auf treten, beendigt.
Die vorstehend aufgezählten Fälle, in denen Arbeitgeber und
Arbeiter, zu einerOrganisation vereinigt, Tarisfestsetzungen
treffen, sollen von der folgenden Betrachtung ausscheiden und
erst im VI. Kapitel besonders behandelt werden. Es ist das
der Fall der Buchdruckertarifgemeinschaft (oben III, 2); ferner
scheint die Vereinbarung zwischen Innung und Gesellenausschuß,
der ja auch ein Bestandteil der Innungsverfaffung ist, hierher
zu gehören. Im folgenden wird nur vom „Tarifvertrag" im
engeren Sinne ausgegangen, bei dem Arbeitgeber und Arbeit-
nehmer in getrennter Parteistellung und Organisation sich gegen-
überstehen und Vereinbarungen in Gestalt eines gegenseitigen
Vertrages miteinander treffen. Unter diesen Fällen läßt sich
einmal die Gruppe zusammenfassend hervorheben, bei der nicht
die Mehrheit der Arbeiter und Arbeitgeber in ihrer Vereinigung,
sondern die einzelnen abschließen (Fälle I, 1; I, 2, a, aa;
II, 1, a, aa; II, 2, a) ; Fälle, die auf Arbeiterseite selten.

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