Full text: Volume (Bd. 38 = 2.F. 2 (1898))

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Emil Strohal,

ohne alle Rücksicht darauf, ob er den Besitz mit oder ohne
Besitzwillen erworben hat, gefallen lassen. Dazu kommt noch,
daß 0 in unserem Falle auf Grund der Bestimmung des § 333
den ohne seinen Willen eingetretenen Besitzerwerb mit der
Wirkung zurückweisen kann, daß dann der Erwerb in Folge
der Zurückweisung als gar nicht erfolgt gilt.
Z u 2. Die unter Z. 1 besprochene Einigung vermag
den von den Parteien beabsichtigten Besitzübergang, nicht unter
allen Umständen zu bewirken. Ihr Erfolg hängt davon ab,
daß der unmittelbare Besitz für denjenigen, welcher ihn er-
langen soll, wirklich frei ist. Dieser Anforderung ist aber
nicht entsprochen:
a) Wenn die äußeren Verhältnisse unzweideutig darauf
Hinweisen, daß der bisherige Besitzer trotz seiner Erklärung im
Besitze verblieben ist. Z. B. der Antiquar A verkauft ein in
seinem Lager befindliches Werk an den 6, mit dem er etwa
auf der Pferdebahn zusammentrifft, und wird mit diesem zu-
gleich dahin einig, daß Besitz und Eigenthum des Buches
sofort auf den B übergehen sollen. Wegen des unter solchen
Umständen ohne Rücksicht auf das Meinen und Wollen der
Parteien jedenfalls noch fortdauernden unmittelbaren Besitzes
des A ist B hier nicht in der Lage, die Gewalt über die
Sache ausüben. Dieselbe Beurtheilung muß eintreten, wenn
etwa konsensualer Besitzübergang bezüglich eines Hauses ange-
ftrebt ist, dessen Besitz der bisherige Besitzer A durch fortdau-
ernde Bewohnung desselben zurückbehält.
Kann aber auch unter solchen Umständen ein konsensualer
Besitzübergang nicht stattfinden, so ist hierbei, sofern die Vor-
aussetzungen dafür vorliegen, doch eine besitzrechtliche Ver-
änderung mittelst eines eon8titutum xo88688vriuw d. h. in der
Art möglich, daß der Erwerber nach Maßgabe des § 868
mittelbarer Besitzer wird.

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