Full text: Volume (Bd. 38 = 2.F. 2 (1898))

Umfang des Grundeigenthums rc. nach dem B.G.B. 173

nur theilweise eine brache ist. Sie sind also auch nicht mehr
reine Sachenrechte.

II.
Es erübrigt, die Befugniß zur Einwirkung auf die ihrem
Umfang nach in vertikaler Richtung so bestimmten Grundstücke
und die rechtliche Behandlung befugter oder unbefugter Ein-
wirkung zu betrachten. Unter Einwirkung ist dabei nicht nur
eine Handlung, also ein gewolltes Thun oder ein gewolltes
Nichtthun zu verstehen, sondern jede Thatsache, welche auf den
Gegenstand des Grundeigenthums wirkt, sofern eine Person
dafür verantwortlich ist. Die Verantwortlichkeit einer Person
für einen rein kasuellen d. h. von menschlichem Thun oder
Nichtthun ganz unabhängigen Vorgang, in dem Sinn, daß
ihr die dadurch herbeigeführte Wirkung ohne ihre Zustimmung
zugerechnet wird, ist ein seltener Ausnahmefall. Für unser
Thema dürften nur in Frage kommen die Schädigung eines
Grundstücks durch einen Menschen im Zustande völliger, un-
verschuldeter Bewußtlosigkeit desselben, soweit dafür ausnahms-
weise eine Verantwortung desselben eintritt (B.G.B. §827,829)
und durch Thiere, ohne daß Jemanden bezüglich der Bewachung
derselben ein Verschulden trifft (B.G.B. § 833, 835). Häufiger
tritt die Verantwortung für eigenes oder fremdes nicht gewolltes
Thun oder nicht gewolltes Nichtthun, also eine Nichthandlung
ein, indem das Recht in dem Nichthandeln ein Verschulden
erblickt. Es sind dies die Fälle.des sogenannten 63.8U8 wixtu8.
Beispiele anzuführen, wird nicht nöthlg sein.
In den bisherigen Fällen liegt nicht wirklich eine Ein-
wirkung, sondern nur eine Wirkung vor, aber eine Einwirkung
wird fingirt, um eine Verantwortung herauszubringen. In-
folge dieser Fiktion liegt rechtlich eine Einwirkung vor. That-
sächlich und rechtlich besteht eine Einwirkung einer Person aus

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