Full text: Volume (Bd. 38 = 2.F. 2 (1898))

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Schloßmann,

5) Die von mir angeführten Stellen, welche die a° ne-
gotiorum gestorum institoria und quasi institoria betreffen,
deren Beweiskraft zu Gunsten meiner These Lene! bestreitet,
beweisen doch mindestens so viel, daß ein Kontrahiren im Namen
des Prinzipals im Sinne eines Kundgebens der Vollmacht von
Seite des institor nicht erforderlich sein kann 5). Andererseits
aber kann die Nothwendigkeit des Wissens des Bürgen nur
die Vollmacht des institor aus 1. 30 (31) pr. de neg. g.
3, 5 und 1.10 § 5 mand. 17,1 (insbesonders aus den Worten:
,cuius litteras secutus und ideo fideiussit etc?) mit Lenel
darum nicht gefolgert werden, weil in beiden Stellen Aus-
züge aus Responsen vorliegen, und jenen Worten möglicherweise
nur enuneiative Bedeutung zukommt.
Unwiderlegt sind übrigens die Folgerungen geblieben, die
ich aus der von Lenel nicht erwähnten 1. 5 § 15 de
inst. a° gezogen hatte.
6) Lenel sucht weiter die Nothwendigkeit der Kundgabe
der Zugehörigkeit des abzuschließenden Geschäfts zu der In-
teressensphäre des Angestellten re. durch eine allgemeine Erör-
terung des dem Institorenedikt zu Grunde liegenden legislatorischen
Motivs zu erweisen. Dieses glaubt er allein in der Rücksicht
auf den Vortheil des Prinzipals sehen zu dürfen, dessen
Angestellte keinen Kredit gesunden haben würden, wenn der
Dritte nur an sie sich hätte halten können. Hierin ver-
wechselt er offenbar Ursache und Wirkung. Es dürfte wohl
bisher die allgemeine und, weil sie selbstverständlich schien,
5) Daß es sich übrigens in 1. 10 § 5 mand., wie Lenel behauptet,
um eine zufolge Auftrags geleistete Bürgschaft handle, muß ich be-
streiten. Weshalb wäre sonst nicht das vom procurator dem Dritten er-
theilte Mandat, sondern nur die Thatsache des vom Herrn dem procurator
ertheilten Mandats als Motiv der Verbürgung angegeben worden? Die
Notiz im Titel mandati in den Digesten und bei U l p i a n erklärt sich zur
Genüge aus dem dem procurator ertheilten Mandat zur Darlehnsaufnahme

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