Full text: Jherings Jahrbücher für die Dogmatik des bürgerlichen Rechts (Bd. 38 = 2.F. 2 (1898))

Der Sachbefitz nach dem B.G.B.

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ist, ist jetzt nicht mehr mittelbarer Besitzer der Sache. Die
Möglichkeit einer solchen Gestaltung findet in den Bestimmungen
der §§ 931 und 934 die unzweideutigste Anerkennung. Die-
selben setzen voraus, daß mit dem Anspruch auf Herausgabe
der Sache mittelbarer Besitz des Anspruchsberechtigten sowohl
verbunden als nicht verbunden sein kann, und zeigen zugleich,
wie viel unter Umständen darauf ankommt, ob das Eine oder
das Andere der Fall ist.
V. Mitbesitz.
8 n.
I. Ein Besitz Mehrerer an derselben Sache ist zunächst
in der Weise möglich, daß der Eine unmittelbarer, der Andere
mittelbarer Besitzer der Sache ist; auch können neben dem
mittelbaren Besitzer ersten Grades mittelbare Besitzer ent-
fernteren Grades vorhanden sein.
II. Eine Sache kann ferner von Mehreren in der Weise
(unmittelbar) besessen werden, daß jeder von ihnen einen
räumlich abgegrenzten Theil der Sache besitzt (compossessio
pro diviso). Beispiele hierfür sind bereits oben in § 4 dieser
Darstellung gegeben worden.
III. Eine dritte Art von Mitbesitz besteht darin, daß die
Sache ohne räumliche Abgienzung von Mehreren besessen wird
(eompo88688io pro indiviso). Hierbei sind wieder drei ver-
schiedene Gestaltungen möglich.
1) Mehrere besitzen die Sache nach gedachten Bruchtheilen
entsprechend der regelmäßigen Gestaltung des Mitelgenthums
nach den §§ 1008 ff.
2) Mehrere besitzen eine Sache zur gesammten Hand.
So beschaffen ist z. B. der von Miterben nach, ß 857 an zur
Erbschaft gehörenden Sachen erworbene Besitz bis zur Aus-
XXXVIII. 2. F. II.

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