Full text: Volume (Bd. 35 = N.F. 23 (1896))

De in rem verso.

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Dieser Grund ist es auch, der in 1. 7 pr., der Fortsetzung
von I. 5, gegen die actio de in rem verso spricht, wenn der
Sklave eine Pekuliarsache, für welche er die Gegenleistung dem
Dritten schuldig geblieben ist, dem Herrn geschenkt hat, und in
1. 10 § 2 h. t., wenn er in Schenkungsabsicht bei einem
Dritten für den Herrn intervenirt ist. Denn Führung fremder
Geschäfte ohne die Absicht, sich den Aufwand von dem Inter-
essenten erstatten zu lassen, ist überhaupt nicht negotiorum
gestio im juristischen Sinne.
Wenn nun auch jede Art von negotiorum gestio, durch
welche der Sklave von einem Dritten erlangte Werthe zum
Vortheil des Herrn verwendet, also auch die Verwendung von
zunächst für das peculium erworbenen Wertsten die actio de in
rem verso begründen farm5), so wird doch ohne Zweifel nicht
die Verwendung der von dem Dritten herrührenden Gegen-
stände in natura erfordert, sondern für genügend erachtet werden
dürfen, wenn ein an die Stelle desselben getretenes Surrogat
in das Vermögen des Herrn gebracht ist. — Hier wird aber
unter Umständen der Beweis, daß gerade der von dem Dritten
in das peeuliurn übergegangene Werth derselbe sei, der als-
dann in das patrimonium gebracht wurde, Schwierigkeiten
bereiten.
Jeder Zweifel freilich ist ausgeschlossen, wenn gerade die-
selbe speeies, die der Sklave von dem Dritten erlangt hat,
später in das patrimonium übergeführt ist. Aber wie, wenn
der Sklave Geld oder andere vertretbare Sachen mit eigenen
Sachen derselben Gattung vermischt und von dem Gesammt-

5) Das „possit“ in l. 3 § l mit Tuhr dahin zu verstehen, daß
es die Zulässigkeit der actio de in rem verso nur unter den von ihm be-
zeichneten Voraussetzungen andeuten solle, halte ich für willkürlich. Es
kann ebensogut damit angedeutet sein, daß nur für den Fall eines utiliter
gestum die actio stattfinde.

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