Volltext: Jherings Jahrbücher für die Dogmatik des bürgerlichen Rechts (Bd. 35 = N.F. 23 (1896))

Die Verfolgung beweglicher Sachen nach Entwurf B.G.B. 453-
dieser bei dem Erwerbe des Besitzes nicht in gutem Glauben war.
Ist die Sache dem früheren Besitzer gestohlen, verloren ge-
gangen oder sonst abhanden gekommen, so kann er die Heraus-
gabe auch von einem gutgläubigen Besitzer verlangen, es sei
denn, daß dieser Eigenthümer der Sache ist oder die Sache
ihm vor der Besitzzeit des früheren Besitzers abhanden gekommen
war. Auf Geld und Inhaberpapiere findet diese Vorschrift
keine Anwendung.
Der Anspruch ist ausgeschlossen, wenn der frühere Be-
sitzer bei dem Erwerbe des Besitzes nicht in gutem Glauben
war, oder wenn er den Besitz aufgegeben hat. Im Uebrigen
finden die Vorschriften der §§ 900 bis 915 entsprechende An-
wendung."
Ich weiß wieder, was man mir antworten wird.
§ 918 ist nur für den Eigenthümer bestimmt, § 919
aber soll auch dem Nichteigenthümer eine, und zwar eine
über die Erleichterungen der aetio kudlieiana hinausgehende
dingliche Klage geben.
Sehr schön und sehr gut! Aber sieht man denn nicht,
daß § 919 darum nicht minder auch dem Eigenthümer zu
Gute kommt? daß er den § 918 ganz überflüssig macht?
Sehen wir zunächst, wie denn bei der Klage aus § 918
der Kläger den ihm obliegenden Beweis, daß er noch Eigen-
thümer sei, führt. Ich wüßte nicht, wie er es anders machen
sollte, als indem er die Art und Weise, wie er den Besitz ver-
loren, ans Licht zieht und zeigt, daß er denBesitz in einer
sein Eigenthum nicht aufhebenden Weise verloren
habe. Dann sind aber nur zwei Hauptfälle möglich. Entweder
— dieser Fall ist im Entwurf ausdrücklich vorgesehen — der
Kläger beweist, die Sache sei ihm „gestohlen, verloren gegangen,
oder sonst abhanden gekommen". In diesem Fall kann der Be-
klagte auch durch redlichen Erwerb der Sache nicht Eigenthümer

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