Full text: Jherings Jahrbücher für die Dogmatik des bürgerlichen Rechts (Bd. 35 = N.F. 23 (1896))

De in rem verso.

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Gläubigers befreit werde, ebenso hat der Gemeinschuldner ein
Interesse daran, nach Aufhebung des Konkurses der Ausfalls-
fallsforderung des Gläubigers nicht ausgesetzt zu sein. Auf
der anderen Seite sehe ich keinen Grund, warum L, welcher
verpflichtet ist, die Schuld des I) zu tilgen, sich darauf be-
rufen dürfte, daß D selbst zu dieser Tilgung nicht im Stande
tfi19). Darum kann, was ich auf S. 123 meines Buches
als selbstverständlich nicht besonders hcrvorgehoben habe, der
Konkursverwalter einen Liberationsanspruch des Gemeinschuldners
in vollem Maße ausüben.
Ebenso muß es sich mit einem dem Sklaven gegen seinen
Herrn zustehenden Befreiungsanspruch verhalten. Die analoge
Anwendung civiler Rechtssätze auf die Naturalobligationen
zwischen Sklaven und Herrn ist ja in kr. 49 § 2 de pec. 15, 1
ausgesprochen99). Der Sklave hat daher den Liberations-
regreß im vollen Umfange seiner Naturalschuld, obgleich augen-
blicklich nur der jetzige Bestand seines Pekulium auf dem
Spiel zu stehen scheint. Denn durch das Fortbestehen der
Schuld wäre auch sein künftiger Erwerb und — was für
den prozeßunfähigen Sklaven besonders wichtig ist — sein ge-
schäftlicher Kredit gefährdet. Je weniger baare Mittel der
Sklave besitzt, der sich im Interesse des Herrn obligirt hat,
um so größere Bedeutung hat für ihn und für seinen Gläu-
biger die Berpflichtung des Herrn, die formell das Pekulium,
materiell aber das Patrimonium angehende Schuld aus seinen

19) Die Insolvenz des regreßberechtigten Schuldners kann m. E.
sogar bewirken, daß er Liberation verlangen darf, obgleich sein Regreß
stricto iure auf Erstattung der Auslagen gerichtet ist, vgl. Versio, S. 58
Nr. 2 und S. 58.
20) nt debitor vel servus domino vel dominus servo intellegatur,
<ex causa civili computandum est.

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