Full text: Volume (Bd. 35 = N.F. 23 (1896))

Besprechung reichsgerichtlicher Entscheidungen. 307
hülfen begangen hat. Mein das R.G. erwägt mit Recht in
Uebereinstimmung mit dem O.L.G. Hamburg, daß der Beklagte
hier vielmehr nach Art eines eonäuetor operis sich nicht zu
einzelnen Handlungen, sondern zur Herstellung eines Ergeb-
nisses im Ganzen verpflichtet, daher auch Hülfspersonen aus
seine eigne Gefahr angenommen habe. In der That ist hier
der Vertrag, wenn auch nicht als loeatio eonäuetio operis,
so doch in dem Sinne geschloffen worden, daß der Beklagte
die Vermittlung des Verkaufs als universitas eousummationis
besorgen und bei der Ausführung im einzelnen völlig freie
Hand haben sollte. Wenn man daher mit dem R.G. den eonäue-
tor operis für das Verschulden seiner Gehülfen einstehen läßt
(Urtheil vom 21. Juni 1883 bei Seusf. Arch. XXXIX Nr. 11,
dessen Gründe in dem hier fraglichen Erkenntniß wörtlich wieder-
kehren), so muß man gewiß in einem Falle von der Art des
hier vorliegenden den Unternehmer ebenso behandeln, wofür
das R.G. sich mit Recht auf seine früheren Entscheidungen
bei Bolze, VI (soll heißen II) Nr. 610, 920, und XII
Nr. 256 beruft. Das römische Recht würde hier einen Inno-
minatkontrakt (äo ut kaeias) angenommen haben und enthält
keinesfalls einen der obigen Behandlung entgegenftehenden
Ausspruch; dem modernen Rechtsbewußtsein entspricht die
letztere zweifellos (vgl. Unger, Handeln auf eigne Gefahr,
2. Aufl. VII S. 53).
Von erheblich geringerem Interesse, als die obligationen-
rechtlichen Entscheidungen, sind die das Sachenrecht be-
treffenden. Die beiden vom R.G. ausgesprochenen Sätze, daß
das sog. Stockwerkseigenthum in Deutschland nur da
gelte, wo es partikularrechtlich anerkannt sei (XXXI Nr. 34),
und daß wegen Störung im Besitz eines Beholzungsrechts
das interdictum uti possidelis auch auf Ersatz des
aus der Störung erwachsenen Schadens gehe, wenigstens

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