Full text: Volume (Bd. 35 = N.F. 23 (1896))

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Schloßmann,

tität der für das peculium erworbenen Geldsumme mit dem
in das patrimonium Verwendeten angenommen werden
kann.

Ist im Vorstehenden der Nachweis gelungen, daß die hier
erörterten Stellen, richtig verstanden, der Theorie v. T u h r 's
keine Stütze zu bieten vermögen, ja im Widerspruch mit ihr
stehen, so sind damit wichtige Bausteine aus seinem theoretischen
Aufbau herausgerissen.
Obwohl eine erschöpfende Kritik seiner Theorie nicht in
meinem Plane lag, möchte ich aber doch zum Schluß noch
eine allgemeine Bemerkung hinzufügen, welche m. E. das
ganze Fundament seiner Lehre trifft.
Der naturale Liberationsanspruch des Gewaltunterworfenen
gegen den Gewalthaber soll es sein, welcher von dem dritten
Mitkontrahenten mit der aetio de in rem verso geltend
gemacht wird. Nun ist aber der Sklave dem Dritten gegen-
über aus seinem Geschäfte persönlich niemals obligirt —
auch nicht nach erfolgter Manumission. Von einem Liberations-
regreß des Sklaven könnte man daher nur in dem Sinne
sprechen, daß von einer aus dem Geschäfte des Sklaven gegen
den Herrn angestellten und siegreich durchgeführten aetio de
xeeulio jenem die Gefahr einer Minderung des peculium um
den dem Dritten gebührenden Betrag droht und daß der Herr,
den das Geschäft des Sklaven materiell allein anging, natura-
liter für verpflichtet erachtet werden könnte, den Sklaven von
dieser Gefahr zu befreien. Dieser Regreß müßte aber noth-
wendig auf einen Betrag beschränkt bleiben, welcher dem
Werthe des peculium zur Zeit der Kondemnation des Herrn
auf Grund der aetio de peculio gleichkommt , weil darüber

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