Full text: Jherings Jahrbücher für die Dogmatik des bürgerlichen Rechts (Bd. 35 = N.F. 23 (1896))

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in dem einen Falle noch möglich sein, wenn der Schuldner sich
die Schuldbefreiung gerade zu dem Zwecke verschafft hat,
um hierdurch einen gleich großen Theil seines Vermögens sich
zur Verwendung für den Herrn verfügbar zu machen. Die
bei Abschluß des Geschäftes mit dem Dritten vorhandene Absicht,
eine der Schuldsumme gleichkommende oder eine geringere Geld-
summe für den Herrn zu verwenden, bildet dann ein Jndivi-
dualisirungsmoment für die demnächst wirklich verwendete
Summe, vermöge dessen diese letztere sich als Surrogat für den
infolge des Erlasses dem Vermögen zugewachsenen Werth
darstellt.
Der zweite von Labeo behandelte Fall hat es nun offen-
bar — ebenso wie der erste — nur mit Geldschulden zu thun
(compensarem — nihil solvi), und die soeben angestellten
Erwägungen sind es denn auch, die m. E. der Bemerkung Ul-
pia n's: 6go autem non puto, de in rem verso actionem
non esse, nisi hoc animo gesserit servus, ut in rem
domini verteret, zu Grunde liegen.
In der That wird also in dieser Stelle von Ulpian
anfänglicher animus domini negotia gerendi gefordert; aber
erstens nicht, wie Tuhr glaubt, im Gegensatz zu einer
von Labeo geltend gemachten Ansicht, sondern zu näherer
Bestimmung eines von Labeo offen gelassenen Punktes;
zweitens nicht bezüglich des der erlassenen Schuld zu Grunde
liegenden Geschäftes, sondern bezüglich des Erbschastskaufes;
und drittens nicht aus dem Grunde, weil auch indirekte
Version nach Ulpia n's Ansicht den anfänglichen animus negotia
domini gerendi erheischte (das Gegentheil hat sich aus der
Betrachtung von 1. 3 § 1 h. t. oben ergeben), sondern weil
bei der konkreten Gestaltung des vorliegenden Falles nur bei
anfänglich vorhandenem animus negotia domini gerendi Iden-
XXXV. N. F. XXIII. 7

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