Volltext: Band (Bd. 32 = N.F. 20 (1893))

Revokatorische Klage bei Familienfideikommissen. ZßZ
fugniß. Daß diese Auffassung sowohl dem älteren deutschen
Recht, als auch den neueren Gesetzgebungen entspricht, geht
aus dem Angeführten unmittelbar hervor. Und in der That
ist sie nichts anderes als die Konsequenz des Gedankens, nach
welchem die dem Fideikommißbesitzer an seinem vollen (Eigen-
thums-)Rechte abgehenden Befugnisse zur Erreichung des
Stiftungszweckes in den Händen der Anwärter zu selbständigen
Rechten gestaltet wiedererscheinen, und der äußere Ausdruck
der Thatsache, daß die sogen. Fideikommißqualität eine dem
Gute selbst anhaftende, durch seinen Zweck gegebene objektive
Beschaffenheit darstellt.
§ 6. D i e A u f g a b e.
In den folgenden Abschnitten sollen zwei Spezialfragen
besprochen werden, welche mit den erörterten Grundbegriffen
aufs engste Zusammenhängen. Auf Veranlassung des Vereins
der deutschen Standesherren*) soll untersucht werden:
1) ob Veräußerungen von Fideikommißgut auch von
Allodialerben des Veräußerers angefochten werden
können, und
2) ob die Agnaten berechtigt sind, Veräußerungen von
Fideikommißgut schon vor ihrem Successionsantritt
anzufechten.
Nach der Art der Interessen, welche zu wahren dem
Verein der deutschen Standesherren in erster Reihe obliegt,
konnte darüber allerdings kein Zweifel bestehen, daß der prak-
tische Schwerpunkt der an den Verfasser gerichteten Rechts-
fragen nicht aus dem Gebiete der gewöhnlichen (bürgerlichen)
Fideikommisse, sondern auf dem der hochadligen Hausgüter *)
*) Vergl. oben S. 323 Note *.
l) Ueber die vielfach gebräuchliche Bezeichnung auch der hochadligen
Hausgüter als Fideikommisse vergl. oben § 4 Note 18.

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