Full text: Volume (Bd. 32 = N.F. 20 (1893))

Revokatorische Klage bei Familienfideikommissen. 361
Sicherung3 4 a) der gegebenen Successionsordnung gegen jede
der Stiftung widersprechende Einwirkung auf die Substanz
des Gutes, welche jene Zwecke schädigt oder gefährdet, gegen-
wärtig zu reagiren. Nur durch diese Fassung wird die natür-
liche Kongruenz zwischen dem Rechte der Anwärter und den
oben bestimmten Pflichten des Besitzers erreicht, wobei zu-
gleich erhellt, daß nach derselben das Anwartschaftsrecht an
sich, seinem allgemeinen und abstrakten Inhalte nach, jedem
Anwärter, auch dem entfernteren, in gleicher Weise zukommt,
während allerdings bei der konkreten Verwirklichung der also
gesicherten Successiori das Recht des näheren dem des ent-
fernteren Anwärters an Stärke voransteht. Welche Rechts-
entziehbares Erbenwartrecht", ein „dingliches Anerbenrecht". Ausführlich
begründet Zimmerte S. 160, 211 f. das Einspruchsrecht als dingliches
Recht, wenn er eS auch gegen Siegel nicht als „Beginn des Erbrechts"
gelten lassen will, was schließlich auf einen Wortstreit hinauskommt.
Vergl. auch Beseler, System § 88 bei Note 10. — Laband, Ver-
mögensrechtliche Klagen S. 278 will das „Beispruchsrecht und Anwart-
schaftsrecht der Erben" nm deswillen den dinglichen Rechten nicht zuzählen,
weil daß mittelalterliche Recht nach seinem Klagensystem „die Frage, ob
das Recht des Klägers" (auf Anfechtung der geschehenen Veräußerung)
„ein dingliches oder obligatorisches sei, alS unerheblich gar nicht aufgeworfen
habe" (übereinstimmend Stobbe, Handbuch n S. 129 f., dagegen
Heusler a. a. £>.). Damit ist zunächst schon im Sinne Lab and's
nicht in Abrede gestellt, daß das Recht des nächsten Erben auch schon vor
der Veräußerung deS Gutes ein existentes gewesen ist (vergl. im Gegen-
theil S. 260 Zeile 2, S. 262 Zeile 5, S. 263 Zeile 5, S. 278 Zeile
18, 20). Weiter aber schließt auch die Richtigkeit der Ladand'schen
Auffassung vom Klagensystem des älteren Rechts — dieselbe vorausgesetzt
— nicht aus, daß zu Zwecken des heutigen Rechts vom Standpunkte
unserer modernen Begriffskategorien auö die Frage nach der Dinglichkeit
des Wartrechtes aufgeworfen und soweit als möglich beanwortet wird.
Vergl. unten Note 37.
34 a) Auch die reichsgesetzliche Anwartschaft auf Invalidenrente (vergl.
oben Note 33) stellt einen Zustand des Berechtigten dar, seines eventuellen
Anspruchs jederzeit sicher zu sein. Vergl. mein Recht der Arbeiter-
Versicherung S. 419.

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