Full text: Volume (Bd. 32 = N.F. 20 (1893))

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Lippmann,

anlangt *), so beseitigt § 47 bei einer betagten Kompensations-
forderung des Gläubigers zwar den äies, bei einer unverzins-
lichen aber doch nur in der Weise, daß er sie um den Betrag
des Interusuriums mindert, wodurch der äies doch wieder zu
seinem Rechte kommt. Wenn aber nach § 58 KO. auch jede
einfache Konkursforderung in dieser Weise für unbetagt erklärt,
resp. gemindert wird, so liegt im Falle der Kompensation mit
solchen Forderungen doch keine Eigenheit des Kompensations-
rechts im Konkurse vor. Lediglich in ihrer Eigenschaft als
Forderung gegen die Maffe, resp. gegen einen Theil der-
selben erleidet die Kompensationsforderung eine Veränderung,
wie jede andere einfache Konkursforderung dieser Art, und diese
Veränderung ist auch um deshalb nothwendig, weil sie nach
§ 57 KO. mit dem Theile, der durch die Schuld an die Kon-
kursmasse nicht gedeckt wird, an der Gemeinmasse partizipiren
kann. Handelt es sich um Kompensation gegen eine betagte
Forderung der Konkursmasse, so liegt in dem Falle, daß der
die8 lediglich im Interesse des Gemeinschuldners beigefügt ge-
wesen ist, unzweifelhaft ein Verzicht auf die Betagtheit seitens
der Konkursmasse vor. Im entgegengesetzten Falle kann auch
im Konkurse, wie nach bürgerlichem Rechte eine Kompensation
vor Eintritt des dies nur dann zu Stande kommen, wenn
der kompensirende Schuldner den in seinem Interesse gesetzten
dies ignoriren will, und es bedarf dazu also nicht erst der aus-
drücklichen Bestimmung des § 47 KO. Will aber der Schuld-
ner den Vortheil des dies für sich geltend machen, so kann
er die Kompensation mit seiner unbetagten Forderung zunächst
noch unterlassen und einfach die Abweisung der seitens der
Masse verfrüht geltend gemachten Forderung in Antrag bringen.

1) Vergl. für das Folgende die im Resultate übereinstimmenden Er-
örterungen bei Köhler, Lehrbuch deS Konkursrechts, S. 123ff.

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