Full text: Jherings Jahrbücher für die Dogmatik des bürgerlichen Rechts (Bd. 32 = N.F. 20 (1893))

In Sachen der Real-VerbalkontrakteS.

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jenen Worten wiedergegeben wird und dann als formeller
Verpflichtungsgrund datio, stipulatio und expensilatio neben
einander zu nennen sind. In anderen Stellen ist aber lediglich
die Darlehnsklage gemeint und nicht die civilis causa debendi,
sondern der materielle Lerpflichtungsgrund zur Geltung ge-
bracht. Das gilt schon von jener vorhin citirten e. 5. 4, 30:
non numeratae pecuniae exceptionem Ibi locum habere,
ubi quasi credita pecunia petitur. Nicht der Klage aus
einer Stipulation, sondern der Klage aus einem Darlehn tritt
jene exceptio entgegen; eine solche liegt aber auch dann noch
vor, wenn über die Rückgabe stipulirt worden ist. Auch giebt
diese Stelle selbst schon dafür einen Anhalt, daß der Kläger
seine Klage mindestens in judicio zu individualisiren habe.
Ubi quasi credita pecunia petitur, das kann nur heißen,
wo der Kläger eben pecunia credita behauptet. Nicht minder
ist in Fr. 126 § 2 de verb. obl. 45, 1 die obligatio pe-
cuniae creditae von Darlehnsschuld verstanden. So steht es
auch mit Fr. 8 de reb. cred. 12, 1 (heredis videntur
nummi fuisse, ut credita pecunia peti possit). Ferner ist
hinzuweisen auf das condicere quasi mutua in Fr. 9 § 9
de reb. cred. 12, 1 und das qui certam pecuniam numera-
tam petit, illa actione utitur „si certum petetur“ in Fr. 1
pr. de cond. trit. 13, 3. Denn aus diesen Stellen ist eben-
falls auf eine vom Kläger ausgehende Individualisirung seines
Anspruchs zu schließen, und meine These ist immer, daß mit
der exceptio doli diese Individualisirung herausgefordert wird.
Die abstrakt verpflichtende Wirkung der Stipulation behält
dabei ihren Bestand; ich kann aber die eigenen Worte auch
von Pernice (S. 270) wiederholen: es wird mit der ex-
ceptio doli ein einfaches Gebot der Billigkeit zur Geltung
gebracht.
Sofort erhebt sich die Frage, worin die Unbilligkeit denn

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