Full text: Volume (Bd. 32 = N.F. 20 (1893))

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Dr. Otto Wendt,

Werth oder Unwerth in Frage und wenn sie am jus quod
est sich bestätigen, so wird der apokryphe Ursprung ihrer
Wahrheit keinen Abbruch thun. Möchte also immerhin am
Fi*. 9 de reb. cred. 12, 1 die Hand der Kompilatoren thätig
gewesen sein und den Text von sich aus gestaltet haben, so
braucht der Real-Derbalkontrakt daran gewiß nicht zu
scheitern. Umgekehrt wird aber die Dermuthung einer Inter-
polation um so mehr an Wahrscheinlichkeit und Berechtigung
verlieren, je näher jene Formeln der Wahrheit kommen und
je öfter sie sich wiederholt finden. Die einzelnen Stellen stützen
sich natürlich gegenseitig; warum soll bei Ulpian auffällig sein,
was sich auch bei Paulus und Modestin findet ? Der Letztge-
nannte widmet dem simul utroque die Beschreibung: eum et
re8 interrogationi intercedit (Fr. 52 § 3 de oblig. et
act. 44, 7). Das kann doch als unklar gewiß nicht gelten.
Im Zusammenhang sollen die Worte doch nur sagen, daß
die Stipulation (interrogatio) zusammen mit dem sie veran-
lassenden Grunde (ree) auch als Realkontrakt sich darstelle und
wirke, und daß also in der That gesprochen werden dürfe: re
et verbis pariter obligamur. Ganz dasselbe spricht an an-
derer Stelle Paulus aus, nämlich in Fr. 2 § 5 de reb.
cred. 12, 1: verbis quoque credimus quodam actu ad obli-
gationem comparandam interposito, veluti stipulatione.
Die voraufgehende Erörterung über creditum und mutuum
zeigt meines Erachtens, wie jenes verbis credere verstanden
sein will. Es kommt auf dasselbe hinaus, ob man die Stipu-
lation dem Darlehn hinzugefügt oder angehängt denkt, oder
umgekehrt spricht: res interrogationi intercedit. Gegenüber
dem Lehrsatz vom unus contractus und der una verborum
obligatio hat das intercedere allerdings wohl die be-
sondere Bedeutung des doch Darinsteckens und Dabeiseins.
Die res intercedens darf also nicht übersehen werden, und

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