Full text: Volume (Bd. 68 = 2.F. 32 (1919))

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v. Schwind,

Im Gegensätze zum Pfandrechte an beweglichen Sachen
sieht Schreiber bei der Hypothek nebeneinander nicht nur
zwei Deckungen (persönliche und Sachhaftung), sondern auch
zwei Anrechte, nämlich neben dem schuldrechtlichen aus der
persönlichen Forderung noch ein Anrecht kraft Sachhaftung *).
In der Grundschuld endlich finden wir dieses letztere Anrecht
und die dafür bestehende Sachhaftung allein und losgelöst
von der persönlichen Schuld und persönlichen Haftung. Daß
bei der Grundschuld „eine Sachhaftung vorliegt, bedarf keiner
Erörterung. Ebensowenig, daß die Haftung für ein Anrecht
bestehen muß, dessen Inhaber der Grundschuldgläubiger ist.
Inhalt des Anrechts ist, daß er den in der Grundschuld
genannten Geldbetrag bekommen soll"1 2). So gelangt Schrei-
ber für die Grundschuld oder eigentlich allgemeiner für jedes
Grundpfandrecht zu der Formel: „es enthält ein Anrecht
des Inhaltes, daß der Gläubiger eine bestimmte Geldsumme
bekommen soll und wegen dieses Anrechts sachenrechtliche
Deckung am Grundstück". Dagegen enthält es ihm weder
Schuldpflicht noch auch nur Schuld des Eigentümers3).
Die Ueberlegung, daß Hypotheken sich in Grundschulden,
insbesondere auch Eigentümergrundschulden vielfach ver-
wandeln, daß für die Grundschuld alle Rechtssätze der Hypo-
thek gelten, die nicht durch die Forderung bedingt sind, daß
sonach die Grundschuld die Basis sei, von der nach Schrei-
bers Ansicht ein theoretischer Aufbau des gesamten Grund-
pfandrechts auszugehen habe 4), veranlassen ihn, alle diese
Elemente auch ins Hypothekenrecht hinüberzunehmen, und
1) Also genau dasjenige, was er für das Fahrnispfandrecht
ausdrücklich ablehnt. — Ich glaube nicht, daß darin ein Vorzug
dieser Lehre liegt.
2) a. a. O. S. 311.
3) a. a. O. S. 317.
4) a. a. O. S. 310.

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