Full text: Volume (Bd. 68 = 2.F. 32 (1919))

Das bürgerliche Gesetzbuch für Ungarn. 403
Schweizer Gesetzbuches übernommen: „Das Pfandrecht er-
lischt, wenn der Pfandgläubiger den Besitz . . . verloren
(und ihn nicht innerhalb eines Jahres ohne Klage oder
durch eine innerhalb eines Jahres erhobene Klage zurück-
erworben) hat" (vgl. Schweizer 888: „Das Faustpfandrecht
geht unter, sobald der Gläubiger die Pfandsache nicht mehr
besitzt und auch von dritten Besitzern nicht zurückverlangen
kann"). Nachdem aber der Pfandgläubiger den Besitz der
Pfandsache auch dann verliert, wenn er sie dem Pfänder
zurückgibt: so begreift der § 628 des Entwurfes auch
den Tatbestand des § 627 des Entwurfes in sich, mit an-
deren Worten: sobald man die Bestimmungen des Schweizer
GB. übernahm, hätte man D. 1253 (E. 627) fallen lassen
müssen.
Der § 701 entspricht dem D. 1108, indes hat der
Entwurf den zweiten Absatz des letzteren („Wird das Grund-
stück geteilt, so haften die Eigentümer der einzelnen Teile
als Gesamtschuldner") mit den Worten ergänzt: „In ihrem
Verhältnisse zu den übrigen grundbücherlichen Interessenten
aber im Verhältnis der Größe ihrer Teile". Diese Er-
gänzung scheint auf einem Mißverständnis zu beruhen, da
ja das Verhältnis zu den übrigen grundbüchcrlichcn Inter-
essenten bei der persönlichen Haftung der Eigentümer über-
haupt nicht in Betracht kommen kann.
E. 743 wiederholt den D. 306: „Ein auf eine un-
mögliche Leistung gerichteter Vertrag ist nichtig", ergänzt
ihn jedoch durch den Nachsatz: „es sei denn, daß die Leistung
für den Schuldner infolge eines Umstandes unmöglich ist,
für den er haftet". Auch dieser Nachsatz ist abwegig, denn
von einer kontraktlichen „Haftung" für eine Unmöglichkeit,
die bereits bei Abschluß des Vertrages vorlicgt, kann keine
Rede sein: solange der Vertrag nicht abgeschlossen ist, ist

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