Full text: Volume (Bd. 68 = 2.F. 32 (1919))

Das bürgerliche Gesetzbuch für Ungarn. 399
Kreise der engsten Familie und mit Wirksamkeit gegen Dritte
nur in dem Fall, als es im Grundbuche eingetragen ist;
das Schweizer Gesetzbuch (681—683) kennt nur eine Vor-
merkung des Kaufs- und Nückkaufsrechts im Grundbuche für
die Maximaldaucr von 10 Jahren.
Eine Verböserung des D. 935 scheint mir E. 481.
Der gutgläubige Erwerber einer Sache soll hiernach das
Eigentum nicht erlangen, falls der Eigentümer den Besitz
„durch Raub oder Diebstahl verloren hat". Das ist ent-
schieden zu enge. Wenn man den Gedanken, der dem
deutschen 935 zugrunde liegt, überhaupt durchführen will,
so wird die deutsche Fassung, die von „abhanden gekommenen"
Sachen spricht (trotz der Bemängelungen, die auch diese Fassung
in Deutschland gesunden hat), sicher den Verzug verdienen.
Aehnlich spricht das Schweizer Gesetzbuch 934 vom Besitzer,
„dem eine bewegliche Sache gestohlen wird oder verloren
geht, oder sonst wider seinen Willen abhanden gekommen
ist". E. 4611 1 wiederholt ein-Versehen des deutschen
9351 2: „Dasselbe gilt auch dann, wenn der Eigentümer
nur Hauptbcsitzcr ist usw." Richtig gilt es vielmehr auch
dann, wenn der Eigentümer nicht einmal Hauptbesitzer
ist! (Wolfs, Sachenrecht § 69 nach Note 3.) Eine andere
Frage ist, ob die Ausnahme der gestohlenen und sonst ab-
handen gekommenen Sachen überhaupt empfehlenswert war.
Das ungarische Handelsgesetzbuch hat diese Ausnahme aus dem
deutschen Handelsgcsctzbuche 306—307 nicht übernommen :
es schützt den gutgläubigen Erwerb auch gestohlener oder
sonst abhanden gekommener Sachen. Ich glaube, man hätte
auch im Bürgerlichen Gesetzbuch hierbei bleiben können.
Tie Ausnahme der abhanden gekommenen Sachen scheint
mir in Deutschland eher eine liebgenwrdcne rcchtshistorische
Erinnerung als ein praktisches Bedürfnis zu sein. Ueber-

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