Full text: Volume (Bd. 68 = 2.F. 32 (1919))

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v. Schwind,

Denn, was man wirtschaftlich braucht, und um deswillen
Strohal seinerzeit die Anerkennung der Hypothek an der
eigenen Sache erkämpft, das erschöpft sich mit dem Ver-
fügungsrechte des Eigentümers über die frei werdenden und
ihm zufallenden Wertschichten. Kommt es einmal zur
Zwangsvollstrecmngr dann hat die Eigentümerhypothek für
den Eigentümer ihre Rolle ausgespielt. Ob die Rechts-
ordnung ihm einen rangsmäßigen Anteil am Erlös zuspricht
oder nicht, hat, wie oben schon ausgeführt, für ihn nicht
allzuviel Bedeutung. Ist die Liegenschaft nicht überlastet, so
bekommt er seinen Teil sowieso, und es ist für ihn gleich-
gültig, ob er seinen Teil als gut gelegene Wertschicht oder
als Hyperchoa erhält. Ist die Liegenschaft überlastet, so
bleibt ihm seine Wertschicht, auch die ersten Ranges, doch in
aller Regel, wie ich glaube, nicht; und es ist ja eigentlich
auch nicht zu wünschen.
Sobald man aber erkennt, daß der Sinn der Aner-
kennung einer Eigentümerhypothek in dem Verfügungsrecht
des Eigentümers liegt, das ihm durch ein zu weit geführtes
Theorem (nämlich das der Vorrückung) nicht genommen
werden soll — und dafür ist die ganze ältere Literatur der
Eigentümerhypothek klassischer Zeuge —, hat es auch keinen
Sinn, das nun gewonnene neue Theorem, nämlich das der
festen Plätze, über das Bedürfnis (der Verfügung) hinaus
noch in der Meistbotverteilung festzuhalten, allwo es nicht
begründet und nicht von Segen ist.
Erscheint es mir nach diesen Ausführungen schon für
die forderungsbekleideten Hypotheken angemessen,
dem Eigentümer, soweit er darüber nicht verfügt hat, keinen
Anspruch auf ranggemäße Befriedigung aus dem Meistbot,
sondern nur den auf eventuelle Hyperocha zu gewähren, so
brauche ich wohl nicht erst zu sagen, daß mir die gleiche

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