Full text: Jherings Jahrbücher für die Dogmatik des bürgerlichen Rechts (Bd. 68 = 2.F. 32 (1919))

Schuld und Haftung im geltenden Rechte. 15
erschöpfende Darstellung desselben, sondern nur um eine
Nachlese handelt, die Ergänzungen zu dem von anderen
schon errichteten Bau und Beleuchtungen desselben unter ver-
schiedenen, meines Erachtens methodisch wertvollen und zu
wenig beachteten Gesichtspunkten bringen soll, so dürfte daraus
kein Vorwurf abzuleiten sein, wenn ich aus Gründen der
Darstellung die umgekehrte Reihenfolge wähle, mit einigen
Bemerkungen zur literarisch weit mehr gepflegten Haftungs-
lehre beginne, dann auf die Frage der Beziehungen von
Schuld und Haftung übergehe und erst danach mich dem
Probleme der Schulden zuwende, für das mir Zahl und
Umfang der karalipomouu, auf die ich Hinweisen möchte,
am bedeutendsten erscheint, und wo manches, das ich auszu-
führen habe, erst ins rechte Licht gestellt werden kann, wenn
meine Bemerkungen zum Haftungsrechte dabei Berücksich-
tigung finden. Beiden Gebieten, aber vornehmlich dem
Schuldrechte gehören auch meine Bemerkungen über die
Gläubigerschuld im allgemeinen und die Grundschuld im be-
sonderen. sowie die über die Eigentümergrundschuld und
die Schuldübernahme an. Daraus ergibt sich die Reihen-
folge der folgenden Abschnitte.
III. Haftung.
Wie schon v. Amira dargetan, enthält die oben auf-
gestellte begriffliche Antithese auch die scharfe Grenzscheidung
zwischen Schuld und Haftung. Dem Gebiete der Schuld
gehört an, was sich auf die in Aussicht genommene mensch-
liche Handlung, das Leisten-, Handeln- bzw. Bekommensollen
bezieht. Demgegenüber gehört alles, was zur Erreichung,
Erzwingung, Sicherstellung oder Gewährleistung der Hand-
lung von außen aufgeboten wird, der Haftung an. In
diesem Sinne sind die Ziele und Wirkungen der Haftungen

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