Full text: Volume (Bd. 68 = 2.F. 32 (1919))

Schuld und Haftung im geltenden Rechte.

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ihr unterworfenen Rechtsinstituts bedeute, so darf ich wohl ver-
langen, daß bei Prüfung dieser Frage alle jene Gründe gegen
mich beiseite gelassen werden müssen, die mit dieser Verwand-
lung und Verwandlungsmöglichkeit im Zusammenhang stehen
bzw. aus ihnen abgeleitet werden. Alle diese Gründe berühren
meine These nicht. Ich muß vielmehr, wie obenZ schon
erwähnt, für mich in Anspruch nehmen, daß eine unver-
wandelte Grundschuld neben eine unverwandelte
Eigentümergrundschuld gestellt und auf dieser Grund-
lage der Vergleich durchgeführt wird.
Vielleicht wird der Unterschied am klarsten, wenn wir
von dem Falle ausgehen, daß auf derselben Realität neben-
einander eine gewöhnliche und eine Eigentümergrundschuld
bestehen, vielleicht durch Jahre und Jahrzehnte, ohne daß der
Eigentümer von der Umwandlungsbefugnis Gebrauch macht,
und daß dann schließlich das belastete Gut in Zwangs-
vollstreckung gelangt. Erblicke ich in der Umwandlungs-
befugnis, also in dem Rechte, Sachhaftungen besttmmten
Rangs und Umfangs für fremde Ansprüche ins Leben zu
rufen, das wirtschaftlich, geschichtlich und rechtsdogmatisch
wichtigste Recht, das dem Eigentümer durch seine Grund-
schuld gewährt wird, so zeigt dieses Beispiel wohl am deut-
lichsten, welche Rechte und Pflichten daneben noch bei der
Grundschuld für den Gläubiger und Eigentümer — bei der
Eigentümergrundschuld für den Eigentümer, der ja „beider
Rolle in sich vereinigt", bestehen bzw. rechtlich in Betracht
kommen können.
Bei der gewöhnlichen Grundschuld sind an den Gläubiger,
wie wir ihn oben nannten, bestimmte Geldsummen, und zwar
Kapital oder Zinsen oder Renten, zu bestimmten Terminen

1) S. 105.

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