Full text: Volume (Bd. 65 = 2.F. 29 (1915))

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Emil Pfersche,

richtet: „Dem Beklagten stand gegen die Gemeinschuldnerin
eine vollstreckbare Forderung dorr 5000 M. nebst Zinsen
zu. Unter dem 23. Februar 1901 ließ der Beklagte ge-
mäß § 845 ZPO. seiner Schuldnerin und dem Tischler-
meister M. zu C. die Benachrichtigung zustellen, daß wegen
der bezeichneten Forderung die Pfändung der der Schuldnerin
gegen M. für gelieferte Arbeiten zustehenden Forderung von
4000 M. bevorstehe. Die Pfändung selbst' erfolgte am
6. März 1901; gleichzeitig wurde dem Beklagten die ge-
pfändete Forderung zur Einziehung überwiesen. Dieser er-
klärte dem Drittschuldner M. gleichfalls unter dem 6 März
1901, daß er die ihm überwiesene Forderung zu dem ent-
sprechenden Betrage mit einer eigenen Schuld an M. in
Höhe von 4000 M. aufrechne. Am 18. März 1901 wurde
über das Vermögen der Schuldnerin der Konkurs eröffnet,
und der Klüger zum Verwalter bestellt. Er focht die Pfän-
dung gemäß § 30 Nr. 2 KO. an und beantragte klagend:
1) festzustellen, daß die Pfändung den Konkursglüubigern
gegenüber unwirksam sei;
2) den Beklagten zu verurteilen, an ihn — den Kläger —
4000 M. nebst 4 v. H. Zinsen seit dem 6. März 1901
zu zahlen.
Der Beklagte widersprach diesem Verlangen und machte
nsbesondere geltend, daß er keinesfalls zur Zahlung der
geforderten Summe verpflichtet sei. Das Landgericht ver-
urteilte indessen den Beklagten nach beiden Klagantrügen.
Seine Berufung wurde vom Kammergericht zurückgewiesen.
Auch die Revision ist ohne Erfolg geblieben."
Gründe:
(Der erste Teil der Gründe beschäftigt sich mit der
n icht weiter interessierenden Frage, ob überhaupt die Voraus-

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