Full text: Jherings Jahrbücher für die Dogmatik des bürgerlichen Rechts (Bd. 65 = 2.F. 29 (1915))

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Krückmann,

beide, Nießbraucher wie Berechtigter, den Schaden entsprechend
ihrem Rechte.
Im ehelichen Güterrechte ist ein Zweifel kaum möglich
angesichts §§ 1359; 1374, 1525II, 1550II; 1456, 1519II,
1549. Haftung für niederen Zufall kommt nicht in Frage.
Schließlich wären wenigstens zu erwähnen die §§ 993,
1430.
Rechtspolitisch sollte nicht bestritten werden, daß ein
durch Rechtsausübung angerichteter Schaden, wenn er
über die ordnungsmäßige Benutzung hinausgeht, viel mehr
von dem Verursacher als von der unschuldigen anderen
Partei zu vertreten ist. Die unverschuldete Beschädigung
durch Rechtsausübung muß doch billigerweise den zuerst,
zunächst und ausschließlich treffen, der die Beschädigung in
Ausübung solcher Handlungen, die zu seinem Vorteil dienen,
verursacht. Wenn wir die Wahl haben, ob derjenige den
Schaden haben soll, der mit der schädigenden Handlung
seinen eigenen Vorteil verfolgte, oder der, auf dessen
Kosten der andere seinen eigenen Vorteil verfolgte, so
erscheint es doch angemessen, die Schadenshaftung mit
der Vorteilsausübung und nicht mit der Lastentragung zu
verbinden.
Dies bedeutet nun aber nicht, daß jeder zufällige
Schaden von dem zu tragen ist, der die Rolle der rechts-
ausübenden Partei hat. Im Gegenteil, alle zufälligen Er-
eignisse, die mit Rechtsausübungshandlungen nichts zu tun
haben, muß nach wie vor nach allgemeinen Grundsätzen
der zunächst und unmittelbar Geschädigte tragen, oder es
kann doch der Ausübungsberechtigte nicht dafür verant-
wortlich gemacht werden. Die Formeln: 6asum sentit
dominus, und: Der Ausübungsberechtigte haftet nur für
verschuldete Schädigungen, reichen beide nicht aus. Viel-

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