Full text: Volume (Bd. 65 = 2.F. 29 (1915))

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Krückrnann,

des § 2781). Nach einer erfolgreichen Polemik1 2) gegen
zuweit gehende Theorien, die auch hier die Gefährlichkeit des
Arbeitens mit „sozialen" Redewendungen aufdeckt, sucht er
den Grundgedanken des § 278 näher zu bestimmen, S. 221 ff.
Er knüpft zu diesem Zweck an die Tatsache, daß im römisch-
gemeinen Recht zuerst beim Werkvertrag die strenge Haftung
aufgetaucht ist, die durch § 278 für alle Rechtsverhältnisse
eingeführt werden sollte. Der Werkvertrag. ist aber die
Arbeitsorganisation autoritativer Art und hierauf legt Brod-
m a n n besonderes Gewicht. Autoritative Arbeitsorganisation
ist ihm die Organisation, in der die ausführenden Arbeiter
gegenüber der „prominenten" Stellung des die Ausführung
leitenden Meisters nur dessen Persönlichkeit erweitern, so
daß etwas von einem Abhängigkeitsverhältnis der Arbeiter
und eine entsprechende Autoritätsstellung des Meisters vor-
liegt. „Wer in dieser Weise, nicht physisch selbstverständlich
und auch nicht ethisch, aber wirtschaftlich die eigene Persön-
lichkeit erweitert, indem er als Leiter der Arbeit die Persön-
lichkeit anderer, soll heißen ihre wirtschaftliche Leistung ab-
sorbiert und gleichsam in sich aufnimmt, wer den damit
verbundenen Vorteilen nachgeht, dem wird dann auch das
Recht die persönliche Verantwortlichkeit in der entsprechenden
Erweiterung auferlegen dürfen. Wer eine solche Beschaffen-
heit des Werkes zusagt, der verspricht die Leistung einer
erweiterten Persönlichkeit nach Maßgabe der Ansprüche,
welche man an die Leistung des damit befaßten Individuums
stellen kann", S. 325. Nachdem Brodmann kurz vorher
so streng über das ökonomische Prinzip zu Gericht gesessen
1) JheringsJ. 58 S. 196 ff., 204, 205 ff., 215. Er erkennt
an, S. 242 ff., 247 f., daß es sich um Rechtsausübung handelt,
polemisiert auch zutreffend gegen die Pflichterfüllung.
2) S. 191 ff., 205 ff.

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