Full text: Volume (Bd. 65 = 2.F. 29 (1915))

160 Otto Fischer, Methode der Rechtsfindung usw.
wenn es die Bedeutung der Vereinbarung dahin einschränkt,
daß es sich nur um Ergänzungen des Parteiwillens handle, bei
denen die Parteien die Ergänzungen nicht unmittelbar, sondern
durch Vereinbarungen über das anzuwendende Recht zum
Inhalt der vertraglichen Festsetzungen mache. In sehr vielen
Einzelfragen dürfte man von beiden Standpunkten zu gleichem
Ergebnisse gelangen. Es bleibt aber doch eine wichtige
grundsätzliche Frage, ob man den Parteien die Be-
stimmung des anzuwendenden Rechts freigeben
darf oder nicht.
Das Ergebnis bleibt also: Im internationalen Recht
muß zunächst das anzuwendende Recht nach den bestehenden
oder bei dem Vorhandensein von Lücken durch den Richter
zu findenden Kollisionsnormen ermittelt werden, ohne daß
dabei ein Parteivertrag über das anzuwendende
Recht irgendwie in Betracht kommt. Es kann aber
auf der Grundlage des so, ohne Berücksichtigung der Partei-
vereinbarung ermittelten Rechts angenommen werden, daß
die Parteien vertragliche Festsetzungen, welche
ihnen dieses Recht gestattet, in der Form der
Verweisung auf ein anderes Recht getroffen
haben oder mutmaßlich haben treffen wollen.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer