Full text: Volume (Bd. 41 = 2.F. 5 (1900))

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Victor Ehrenberg,

Wir werden in der Folge also die Möglichkeiten einer sog
unwiderruflichen Bezeichnung und eines sofortigen, aber frei-
widerruflichen Rechts des Begünstigten im Allgemeinen nicht
weiter berücksichtigen: es sind das schematisch-theoretische Ge-
staltungen, welche im praktischen Leben keinen Boden finden ;
nur gelegentlich und besonders beim Anfechtungsrecht der Gläu-
biger des Versicherten (§ 8) wird es nothwendig sein, auf sie
zurückzukommen.
IV. Auch mehrere Personen können zusammen als
Begünstigte vereinbart sein. Schlägt dann eine von ihnen das
Recht aus oder stirbt sie vor dem Versicherten, so fragt es sich
ob ihr Theil-Recht resp. ihre Theil-Anwartschaft den übrigen
anwächst oder nicht. Auch dies ist nach dem Parteiwillen,
also nach dem Versicherungsvertrag zu entscheiden (B.G.B.
§ 328 Abs. 2). Wenn die begünstigten Personen unter einer
Kollektivbezeichnung zusammengefaßt sind — z. B. „meine
Kinder" —, wird die Frage mit größter Sicherheit zu bejahen
sein, aber auch sonst wird die Bejahung die Regel bilden.
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b) Die Rechtsstellung des Versicherten und seiner
Rechtsnachfol ger.
Hier ist vorweg zu bemerken, daß der Versicherte neben
dem Begünstigten überhaupt keine Rechte zu haben
braucht, das Parteibelieben ist auch in dieser Hinsicht völlig
souverain und daher kann vereinbart sein, daß lediglich der
Dritte aus dem Versicherungsverträge Rechte erwerben solle:
schlägt dieser dann aus. so wird der Versicherer überhaupt von
jeder Verpflichtung frei.
Doch wird diese Gestaltung der Lebensversicherung wohl
niemals Vorkommen. Vielmehr ist, wie wir gesehen haben.

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