Full text: Volume (Bd. 41 = 2.F. 5 (1900))

DaS eigenhändige Testament.

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Tage errichteten haben. Ergiebt sich aber, daß die Angabe
auf einem Versehen beruht und läßt sich der wirkliche Ort und
Tag der vollzogenen Dalirung konstatiren, anstatt dessen aus
Versehen ein anderer angegeben wurde, so ergiebt sich, daß
der Testator den wirklichen Tag und Ort der Datirung ge-
meint hat. So insbesondere auch, wenn der angegebene
Ort oder Tag ein unmöglicher war. Seine aus Versehen er-
folgte Angabe anstatt der Angabe des Ortes oder Tages, der
ohne das Versehen angegeben worden wäre, hat die rechtliche
Bedeutung der Angabe dieses Ortes oder Tages. Gilt doch
dasselbe auch von der Unterschrift. Sowohl bei dieser
als bei der Ortsangabe kann es leicht Vorkommen, daß der
Name des Testators oder des Testirortes unrichtig geschrieben
wird. Dem Erfordernisse der Richtigkeit der Angabe ist schon
im Falle ihrer partiellen Unrichtigkeit nicht genügt, und doch
kann davon keine Rede sein, daß schon diese die Gültigkeit
des Testamentes ausschlösse. Zwischen partieller und totaler
Unrichtigkeit läßt sich nicht unterscheiden; fehlt es doch an
dieser, sobald der wirkliche und der geschriebene Name nur
einen Buchstaben gemeinsam haben. Wie wir- als Orts-
angabe eine Angabe gelten lasten müssen, die den bestimmten
Ort meint, an dem sie erfolgt, so als Namensunterschrift die
Unterschrift eines Familiennamens, den diese Person unter-
schrieben hat, weil sie ihn für den ihrigen hielt, obgleich ihr
ein anderer zukam, z. B. wegen ihrer ihr nicht bekannten un-
ehelichen Geburt.
Der Wechsel fordert die Angabe eines wirklich existirenden
Kalendertages. Er ist daher ungültig, wenn er auf den
31. April oder auf den 29. Febr. 1900 lautet. Bezeichnet
dagegen der Testator den letzten April, an dem er datirt, aus
Versehen als 31. oder datirt er am Tage nach dem 28. Febr.
den er als den 29. bezeichnet, weil er irrthümlich das Jahr

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