Full text: Volume (Bd. 62 = 2.F. 26 (1913))

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Adolf Last,

Richtung wären, besteht kein begründeter Verdachts, und gegen
I. 13 § 1 D. eit. ist ein solcher Verdacht überhaupt nicht ge-
rechtfertigt 1 2). Trotz der Dürftigkeit des Quellenmaterials 3)
darf man daher mit der herrschenden Ansicht annehmen, daß
die Stellvertretungsbefugnis des Vormundes sich parallel der
des Prokurators entwickelt hat.
Ein solcher Parallelismus der Entwicklung läßt sich für
den Kurator nicht behaupten, wenn auch dessen Stellver-
tretungsbefugnis neben der des Prokurators und des Vor-
mundes im oft bezogenen Paulusfragment, 1. 1 § 20 D. h.
t.4) genannt wird5). Denn sonst wird die Stellvertretung
des Kurators beim Besitzerwerb vielleicht nur noch in I. 31
§ 4 D. de usurp. et. usuc. 41, 3 von Pomponius (760)6)
genannt. Denn „quam (possessionem) ante furorem per
se vel post furorem per alium nactus est“, ist so allge-
mein, daß es auch den Besitzerwerb durch den Kurator mit-
umfassen kann 7). Jedenfalls ist diesen Stellen zu entnehmen,
daß nach klassischem Rechte dem Kurator die Stellvertretungs-
befugnis beim Besitzerwerb bereits eigen war.
Nicht sicher kann die Antwort auf die Frage der Stell-
vertretung der juristischen Personen beim Besitzerwerb

1) A. A. — wie es scheint — Mitteis, Röm. Privatrecht 1,
213 Anm. 31.
2) Siehe Mitteis, a. a. O.
3) Daß 1. 7 § 10 D. de publ. 6, 2 nicht hierher gehört, siehe
oben S. 77 Anm. 5.
4) Siehe oben S. 62 f., 84 Anm. 4, auch.Peters, a. a. O. 208
Anm. 1.
5) nicht aber in 1. 7 § 10 I). de publ. 6, 2, siehe oben S. 81
Anm. 1 und S. 85 Anm. 1.
6) Siehe oben S. 38 Anm. 3.
7) „per alium“ deutet wohl auch auf den Besitzerwerb durch
den Sklaven ex causa peculiari, siehe 1. 1 § 5 D. h. t. (Paulus 657).

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