Full text: Volume (Bd. 62 = 2.F. 26 (1913))

Hypothek für eine künftige oder eine bedingte Forderung. 483

§ 8. Die Hypothek für eine künftige oder bedingte Forderung
im Konkurse des Gläubigers, des Eigentümers des belasteten
Grundstücks und des persönlichen Schuldners.
I. Wird über das Vermögen des Eigentümers das Kon-
kursverfahren eröffnet, nachdem der Schwebezustand beendet
ist, so steht die Hypothek entweder dem Gläubiger zu oder
fällt nach Z 1 KO. in die Konkursmasse, je nachdem, ob die
Forderung zur Entstehung gelangt ist oder nicht. Irgend-
welche Zweifelsfragen ergeben sich bei dieser Rechtslage aus
dem Umstande, daß die Hypothek für eine künftige oder eine
bedingte Forderung bestellt worden ist, nicht, da im Zeitpunkte
der Konkurseröffnung das Schicksal der Hypothek ja bereits
endgültig entschieden ist.
II. Anders liegt es, wenn der Schwebezustand im Zeit-
punkte der Konkurseröffnung noch fortdauert. Bei dieser Ge-
staltung der Verhältnisse entsteht dieselbe Frage, die sich ergibt,
wenn vor Beendigung der Schwebezeit das belastete Grund-
stück versteigert und der Versteigerungserlös verteilt wird.
Ebenso wie dort zu untersuchen ist, ob die Verteilung des
Versteigerungserlöses dem Schwebezustand ein Ende setzt mit
dem Ergebnisse, daß eine Forderung nicht zur Entstehung ge-
langt ist, so ist hier zu prüfen, ob diese Wirkung der Eröff-
nung des Konkursverfahrens über das Vermögen des Eigen-
tümers des belasteten Grundstücks zukommt.
Unsere Untersuchung über den Einfluß der Verteilung
des Versteigerungserlöses auf die Hypothek für eine künftige
oder eine bedingte Forderung hat zu dem Ergebnisse geführt,
nur für die Höchstbetragshypothek in Frage. Demgegenüber ver-
weisen wir auf unsere Ausführungen im Texte, in denen wir dar-
gelegt haben, daß bei jeder Hypothek für eine künftige oder eine be-
dingte Forderung der Gläubiger als unbekannt angesehen werden
muß, weil er durch die Eintragung nicht legitimiert wird.

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