Full text: Volume (Bd. 62 = 2.F. 26 (1913))

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Leo Ste rnberg,

Falle, daß der eingetragene Gläubiger den ursprünglich mit
dem Besteller der Hypothek in Aussicht genommenen Dar-
lehnsvertrag nicht mit diesem, sondern mit einem späteren
Eigentümer des belasteten Grundstücks abschließt10). Ebenso
wie dort ist auch hier in dem Augenblick, in dem feststand,
daß der Darlehnsvertrag zwischen den Personen, die ihn in
Aussicht genommen haben, nicht abgeschlossen werden wird,
die Hypothek zur Eigentümergrundschuld geworden und muß
erst wieder in eine Gläubigerhypothek umgewandelt werden,
wozu eine Eintragung in das Grundbuch notwendig ist. Aber
ebenso wie dort die Eintragung in das Grundbuch dadurch
vermieden werden kann, daß der Darlehnsvertrag zwischen
dem Gläubiger und dem ursprünglichen Eigentümer abge-
schlossen wird, und daß der neue Eigentümer sodann infolge
einer Schuldübernahme an Stelle des ursprünglichen Eigen-
tümers in den Baugeldvertrag eintritt, so kann man hier die
Notwendigkeit einer Eintragung in das Grundbuch dadurch
umgehen, daß der Darlehnsvertrag zwischen dem ursprüng-
lichen Gläubiger und dem Schuldner geschlossen wird, und
daß der neue Gläubiger sodann an die Stelle des ursprüng-
lichen Gläubigers in das Recht auf Rückzahlung des Bau-
geldes eintritt.
Es ergibt sich demnach, daß auch in den Fällen, in
denen der Baugeldgeber sein Recht auf Hingabe des Bau-
geldes, also auf Abschluß des Darlehnsvertrags, abtreten
darf"), es sich empfiehlt, daß die Hingabe des Baugeldes
im Namen des ursprünglichen Gläubigers erfolgt, und dieser
das Recht auf Rückzahlung des Baugeldes an den neuen
Gläubiger abtritt.
II. Wir glauben dargetan zu haben, daß man, wenn

10) Vgl. oben §5 ®. 433 ff.
11) Vgl. oben 8 3 S. 396 ff.

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