Full text: Jherings Jahrbücher für die Dogmatik des bürgerlichen Rechts (Bd. 62 = 2.F. 26 (1913))

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Leo Sternberg,

Wenn der Hypothek für eine künftige oder eine bedingte
Forderung eine Besonderheit anhaftet, die ihre Erhebung zu
einer besonderen Hypothekenart rechtfertigen könnte, so kann
diese Besonderheit nur aus der Art der der Hypothek zugrunde
liegenden Forderung herzuleiten sein. Dieser Gedanke liegt
schon deshalb nahe, weil die Natur der mit der Hypothek ver-
knüpften Forderung auch die Jnhaberhypothek, die Order-
hypothek und zum Teil auch die Höchstbetragshypothek zu
besonderen Hypothekenarten stempelt. Man wird daher gut
tun, das Verhältnis zwischen Hypothek nnd Forderung bei
der Hypothek für eine künftige oder eine bedingte Forderung
einer näheren Prüfung zu unterziehen.
Der wichtigste Zusammenhang zwischen Hypothek und
Forderung besteht bei der Regelhypothek darin, daß die Hypo-
thek als solche nur dann bestehen kann, wenn die mit ihr
verknüpfte Forderung besteht, und daß das Gläubigerrecht in
Ansehung des dinglichen Rechtes durch das Bestehen oder
Nichtbestehen der Forderung beeinflußt wird (§§ 1163 Abs. 1,
1177 Abs. I)2). Gilt dies in gleicher Weise auch für die
Hypothek, die für eine künftige oder eine bedingte Forderung
bestellt ist? — Diese Frage läßt sich nicht einheitlich für alle
Hypotheken beantworten, die unter dem Begriff „Hypothek
für eine künfüge oder bedingte Forderung" zusammengefaßt
sind. Man muß vielmehr die Hypothek für eine künfüge und
die für eine auffchiebend bedingte Forderung einerseits und

2) Die Abhängigkeit der Hypothek von der Forderung zeigt
sich außerdem auch darin, daß die dem persönlichen Schuldner gegen
die Forderung zustehenden Einreden auch der gegen den Eigentümer
gerichteten dinglichen Klage aus der Hypothek entgegengehalten
werden können (§ 1137), und daß mit der Übertragung der Forde-
rung auch die Hypothek auf den neuen Gläubiger übergeht (§ 1153).
Bgl. hierzu auch unten S. 413 Anm. 8.

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