Full text: Volume (Bd. 62 = 2.F. 26 (1913))

Fragen der Besitzlehre.

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Argentarius nicht entbehren konnte. Das sagt denn auch
Mommsen nicht; vielmehr weist er auf das Vorkommen
von Selbstauktionen hin1). Von einer Selbstauktion ist wohl
auch z. B. Oie. pro P. Quint. IV zu verstehen, „auc-
tionem in Gallia P. die Quintus Narbone se facturum
esse proscribit earum rerum, quae ipsius erant privatae“.
Dem stünde nicht das Argument2) entgegen, daß der Vormund
nicht die Sache allein herumgezeigt, angepriesen und verkauft
haben wird. Denn der Vormund konnte sich dabei des praeco
bedienen, der alle Hilfsdienste leistete, und durch den er den
Zuschlag erteilte3). Es handelte sich in diesem Falle um einen
Handkauf; da war die Beteiligung des coactor-argentarius
nicht notwendig, und es genügte die des praeco*).
Die Ansicht Pernices aber wäre auch unrichtig, wenn
es sich in 1. 2 § 8 D. cit. um eine von einem Argentarius
geleitete Versteigerung handeln würde. Denn die Meinung
Mommsens, daß bei einer solchen Versteigerung der
Argentarius Verkäufer war, ihm nebst der Stipulationsklage
auch die actio venditi zustand und ebenso auch die actio
empti gegen ihn ging, erweist sich als nicht haltbar. Gegen
sie hat K a r l o w a Widerspruch erhoben5) und ihm schließt
sich jetzt im Wesen Kniep an3). Dieser Widerspruch wird
namentlich durch die lex metalli Vipascensis von Hadrian
gerechtfertigt. In dieser Hinsicht kommt der erste Abschnitt
1) Mommsen a. a. O. 94 Anm. 3.
2) Das Lepa a. a. O. gebraucht.
3) Vgl. Karlowa a. a. O. 630 Anm. Iff.
4) Vgl. Leist in Pauly-Wissowa, Realenzykl. Bd. 2, s. v.
Auktion S. 2271.
5) Karlowa, in der Besprechung der Abhandlung von C. G.
Bruns über die Unterschriften in den römischen Rechtsurkunden in
GrünhutsZ. 4, 504 f., Römische Rechtsgeschichte 2, 630 f.
6) Kniep, Argentaria etixulatio, in der Jenenser Festgabe für
Thon S. 22 ff., 34 ff., 51 ff.

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